"Hier sind wir"

Frank Herrmann

Von Frank Herrmann

Di, 13. Februar 2018

Ausland

BZ Plus In New York klagen die afrikanischen Herero und Nama gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen des Massenmords an ihrem Volk in der Kolonialzeit.

Ein Wintervormittag in New York, strahlend blauer Himmel, klirrende Kälte. Passanten bleiben stehen und greifen trotz eisigen Winds nach Handykameras. Mit allem würde man rechnen auf dem zugigen Platz vorm Daniel Patrick Moynihan Courthouse im Süden Manhattans, aber nicht mit vier Männern in olivgrünen Parade-Uniformen, die im Gleichschritt übers Pflaster marschieren. Ein Fünfter, einen gedrechselten Stock unter den Arm geklemmt, ruft ihnen dröhnend Kommandos zu, mal schneidend, mal eher feixend. Die Frauen, die das Quartett mit schrillem Trällern anfeuern, tragen schwarze Bolero-Oberteile mit Goldbordüren, dazu bodenlange Faltenröcke in Rot, Weiß oder Grün.

Bald stellt sich ein schwergewichtiger Mann in erdbeerroter Uniform auf die breite Treppe vor dem Gerichtsgebäude. Mit goldfarbenen Borten und goldfarbenen Streifen an den Hosen sieht er aus wie ein General. "Wir haben gerade einen bedeutsamen Sieg errungen", verkündet Vekuii Rukoro voller Stolz. Der 63-Jährige ist der Paramount Chief, der Oberhäuptling, des afrikanischen Herero-Volkes. Nach der Unabhängigkeit Namibias 1990 wurde er Justizminister, später wechselte er in die Privatwirtschaft, ...

BZ Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 15 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ Plus!

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 15 Artikel pro Monat kostenlos
  • Exklusive BZ Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archivartikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ