HINTERGRUND

Michael Saurer

Von Michael Saurer

Sa, 19. September 2020

Ausland

Der Rauch zieht um die Welt

Die Waldbrände in Kalifornien bringen vielen Menschen dort Leid und Zerstörung. In Südbaden sind sie der Grund für fantastische Sonnenuntergänge. An vielen Tagen dieser Woche durchzogen milchige Schlieren den Himmel über der Region, und als die Sonne unterging, leuchtete der Himmel in allen Schattierungen. Das hängt mit den Waldbränden an der amerikanischen Westküste unmittelbar zusammen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Nachfrage bestätigt.

 Bei den Bränden würden sogenannte Aerosole, kleinste Aschepartikel, in große Höhen der Atmosphäre aufgewirbelt und mit der Luftströmung davongetragen. Je nach Windrichtung können sie bis nach Europa gelangen. "Daran sieht man, was für gewaltige Kräfte in der Atmosphäre herrschen", sagt DWD-Experte Uwe Kirsche. Vergleichbar sei das mit dem Sahara-Staub, den man im Süden Deutschlands ab und zu auf den Motorhauben der Autos vorfindet. Diesen weht es, so Kirsche, übrigens nicht nur nach Mitteleuropa. "Weite Teile des Amazonasbeckens werden mit Sahara-Staub gedüngt", erklärt der Meteorologe.

 Da die Waldbrände in den USA nach wie vor lodern, würden weiter feine Ascheteilchen in die Atmosphäre geschleudert und verteilt. Tolle Sonnenuntergänge seien allerdings vorerst nicht mehr in Sicht, meint Kirsche. Die Wetterlage habe sich verändert. Die Teilchen würden nun nicht mehr nach Deutschland geweht – was sich aber auch wieder ändern könne. Für die Gesundheit sind sie übrigens ungefährlich. "Die sind so verdünnt, dass keine Beeinträchtigung für uns zu erwarten ist", sagt Kirsche.