London will die EU erst Ende Juni verlassen

afp

Von afp

Sa, 06. April 2019

Ausland

May bittet um Aufschub.

LONDON/BRÜSSEL (dpa/AFP). Die Europäische Union und Großbritannien erwägen eine weitere Verschiebung des Brexits, um einen chaotischen Bruch in einer Woche zu vermeiden. Die britische Premierministerin Theresa May bat in einem Schreiben an EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag um einen Aufschub bis zum 30. Juni. Tusk plädiert dagegen für eine flexible Verlängerung der Austrittsfrist um bis zu zwölf Monate. Die Entscheidung dürfte am Mittwoch bei einem EU-Sondergipfel fallen.

Die entscheidende Hürde für die Verschiebung ist die Wahl zum Europäischen Parlament vom 23. bis 26. Mai. Wäre Großbritannien dann noch EU-Mitglied, müsste es Abgeordnete wählen lassen. Der bislang vorgesehene Brexit-Termin 12. April ist der letzte Tag, an dem London die Wahl im Land einberufen könnte.

Aus dem EU-Parlament und den Mitgliedstaaten kamen skeptische Töne. Frankreich drängte dem Vernehmen nach auf "viel striktere Bedingungen". Ausschlaggebend könnte sein, ob es May gelingt, die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs zu überzeugen, dass eine Verlängerung hilft, einen geordneten EU-Austritt zu erreichen. Bei den Gesprächen von Regierung und Opposition in London wurde bislang kein Kompromiss gefunden. Die Labour-Partei zeigte sich am Freitag "enttäuscht" über die bisherigen Verhandlungen.