Russland

Moskau präsentiert sich als komfortable Metropole

Stefan Scholl

Von Stefan Scholl

So, 21. Juli 2019 um 10:35 Uhr

Ausland

BZ-Plus Wohlfühlinseln im Betonmeer: Die Kluft zwischen Selbstverständnis und Wirklichkeit ist in Russlands Hauptstadt groß.

Blaugraue Gewitterwolken ziehen auf, aber das schert Moskaus Bewohner nicht, die bereits im Feierabend sind. Fetzen von melodischem Sowjetrock sind zu hören, Saxophon-Jazz und kaukasischer Rap. Scheinbar herrscht in der ganzen Stadt Jam-Session. Moskauer schlendern durch die Straßen, manche lässig, andere lächelnd. Wer es eilig hat, kurvt auf E-Rollern durch das Gewimmel. Über der Kamergerskaja-Fußgängerzone leuchten tausende, muschelfarbene Kunststoffsterne. Plötzlich kommt heftiger Wind auf, reißt dutzende Sterne von den Leinen. "Mama", jubelt ein kleines Mädchen, "es regnet Sterne."

Moskau ist Russlands Traumstadt, immer gewesen. Reich und riesig. Hier leben offiziell 12,6 Millionen und geschätzt 25 Millionen Menschen. Hier kreisen zwei Drittel des russischen Kapitals, hier versucht jeder sechste Russe, Karriere und Geld zu machen. Eine laute, anstrengende und sich ständig im Bau ...

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