Drohende Trinkwasserkatastrophe

Schleichende Apokalypse in der Ostukraine

Dmitri Durnjew und Stefan Scholl

Von Dmitri Durnjew & Stefan Scholl

Sa, 15. Dezember 2018 um 20:46 Uhr

Ausland

BZ-Plus Das Trinkwasser im Kriegsgebiet in der Ostukraine droht verseucht zu werden. Die Katastrophe hat im Bergbau begonnen und ist laut Experten nicht mehr zu stoppen. Die Region ist voller Gift.

Die Kiewer Presse hat die Grube Butowka längst "Grube des Todes" getauft. Schon zu Beginn des Krieges zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten im Frühjahr 2014 verschanzten sich Regierungstruppen in dem Kohlebergwerk am Westrand der Rebellenhauptstadt Donezk. Butowka wurde einer ihrer Hauptvorposten, ihre Artilleriebeobachter saßen auf dem Förderturm. Die Rebellen und ihre russischen Verbündeten zerschossen ihn und das ganze Bergwerk. Es herrscht noch immer Krieg im Kohlenpott.

Das Gekläff der Minenwerfer schallt durch eine altmodische, von Fördertürmen und Fabrikschloten beherrschte Industrielandschaft. Sie wirkt so marode wie das Ruhrgebiet vor 40 Jahren. Nur ist der Bergbau hier noch schmutziger gewesen. Und nach viereinhalb Jahren Kleinkrieg drohen Giftstoffe und Atommüll das Donbas in totes Land zu verwandeln. Schon vor dem Krieg plante die Ukraine zwei Drittel der 127 Zechen im Donbas stillzulegen. Von 93 Gruben im Rebellengebiet arbeiten noch etwa 25, auf der ukrainischen Seite sind es knapp 30. Die Rebellen behandeln ihre Bergwerke streng geheim.

Aber nach Angaben des ukrainischen "Ministeriums für die besetzten Gebiete" sind in der Kriegsregion fünf Zechen geflutet worden. Das heißt, man ...

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