Vor 50 Jahren

Warum Menschen in New Mexico noch heute unter dem ersten Kernwaffentest leiden

Frank Herrmann

Von Frank Herrmann

Mo, 15. Juli 2019 um 18:11 Uhr

Ausland

BZ-Plus Am 16. Juli 1945 fand im US-Bundesstaat New Mexico der erste Kernwaffentest statt. Die Regierung hatte die Bewohner nicht gewarnt, viele leiden bis heute unter den Folgen.

Der Tag begann wie jeder andere auch. Henry Herrera stand mit Eimer und Trichter am alten Ford seines Vaters, um Wasser in den Autokühler zu gießen. Der Vater, ein Ingenieur, arbeitete auf dem Luftwaffenstützpunkt Holloman, etwa vierzig Kilometer entfernt von Tularosa, dem Dorf, in dem sie lebten. Nie fuhr er allein zur Arbeit, stets nahm er Kollegen mit, weil nur die wenigsten in Tularosa ein Auto besaßen. Und bevor er sich hinters Lenkrad setzte, ließ er seinen Sohn in aller Herrgottsfrühe den Kühler mit Wasser auffüllen. Auch am 16. Juli 1945, einem Montag. An einem Tag, der ganz normal begann, bis sich auf einen Schlag alles änderte.

Explosionen gehörten zum Alltag
"An dem Tag", sagt Henry Herrera, damals elf Jahre alt, "ist die Sonne zweimal aufgegangen". Das erste Mal morgens um halb sechs, früher als normal. Plötzlich habe ein greller Blitz die Landschaft erhellt. Es habe ohrenbetäubend geknallt, dann habe die Erde gebebt, erzählt der alte Mann. Explosionen, nun ja, die hätten irgendwie dazugehört zum Alltag in Tularosa. "An dem Tag ist die Sonne zweimal aufgegangen." Henry Herrera Auf der Alamogordo Bombing and Gunnery Range, im militärischen Sperrbezirk in der Nähe, seien im Zweiten Weltkrieg ständig Bomben gezündet worden. "Einen so lauten Knall aber hatte hier noch keiner gehört." Um fünf Uhr 29 Minuten und 45 Sekunden detoniert in der Wüste von New Mexico die erste Atombombe der Weltgeschichte. Trinity, zu deutsch Dreifaltigkeit, ist der Name, den Robert Oppenheimer, der Leiter des Forscherteams, dem Testgelände gegeben hat. Tularosa liegt rund achtzig Kilometer von ...

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