HINTERGRUND

dpa

Von dpa

Mi, 11. September 2019

Deutschland

Die Zeit der Heimlichkeiten ist vorbei

Wurden Krankheiten in der Politik früher oft verheimlicht, sind in den vergangenen Jahren immer mehr Politiker mit der Diagnose Krebs an die Öffentlichkeit gegangen. Wolfgang Bosbach etwa, Ex-Innenexperte der Unionsfraktion, spricht seit Jahren offen über seinen Prostatakrebs. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering, Schwesigs Vorgänger und Mentor, sagte 2017 klar, warum er zurücktrat. Bei ihm war Lymphdrüsenkrebs festgestellt worden. Der ehemalige Außenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle zog sich nach seiner Leukämiediagnose zurück, um sich behandeln zu lassen, redete später offen über Diagnose und Krankheit und schrieb ein Buch über diese Zeit. Westerwelle starb 2016. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und der thüringische CDU-Landeschef Mike Mohring machten ihre Erkrankung Anfang dieses Jahres publik. Bei Bouffier war Hautkrebs festgestellt worden. Mohring hielt sich über die Art seiner Erkrankung bedeckt. Der 47-Jährige trug lange eine Mütze, sprach später über den Krebs. Mohring, der seine Behandlung erfolgreich abgeschlossen hat, war einer der ersten, der Schwesig öffentlich Mut zusprach: "Von Herzen wünsche ich Ihnen Genesung und auf dem anstrengenden Weg dahin, Kraft und Zuversicht, ein Licht an dunklen Tagen und, wenn ich das darf, Gottes reichen Segen", twitterte er. Bei der Thüringer Landtagswahl im Oktober tritt er als CDU-Spitzenkandidat an.