HINTERGRUND

Horst A. Böss

Von Horst A. Böss

Sa, 15. Februar 2020

Deutschland

Die Digitalisierung der deutschen Schulen

Die Umsetzung des "Digitalpakts Schule" läuft in Baden-Württemberg langsamer an als in anderen Bundesländern. "Im Berichtszeitraum wurde in Baden-Württemberg noch kein Vorhaben abgeschlossen", heißt es in einem Rapport des Kultusministeriums von Leiterin Susanne Eisenmann (CDU) an das Bundesbildungsministerium (BMBF), der dieser Zeitung vorliegt. In anderen Ländern sind schon einzelne entsprechende Maßnahmen beendet worden.
Laut Ministerium sind im Südwesten landesweit bisher 14 Förderanträge eingegangen und Projekte in Höhe von 2,4 Millionen Euro bewilligt worden. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, die Entwicklung sei nicht überraschend. Qualität gehe vor Schnelligkeit. "Die Planungen für die Verwendung der Mittel aus dem Digitalpakt laufen an vielen Schulen auf Hochtouren", teilte er mit. Zudem habe das Land begonnen, seine Lehrer fortzubilden und dafür ein Programm gestartet, das jährlich etwa 50 000 Lehrkräfte erreichen soll.
Stefan Luther, zuständiger Unterabteilungsleiter im BMBF, sagte: "Die Umsetzung des Digitalpakts ist in den 16 Bundesländern überall angelaufen. Alle Länder sind gut unterwegs, aber es gibt Unterschiede." Sachsen etwa sei besonders schnell, andere Länder seien noch in der Phase der Antragsstellung. "Das hatten wir aber auch erwartet. Eine gute Vorbereitung ist sehr wichtig", sagte Luther.

Der Digitalpakt trat im Mai 2019 in Kraft. Er sieht vor, dass der Bund fünf Milliarden Euro in die Digitalisierung deutscher Schulen steckt. Auf Baden-Württemberg entfallen 650 Millionen, das Land schießt noch 150 Millionen zu, die Kommunen 30 Millionen. Das Geld wird nach einem Pro-Schüler-Schlüssel verteilt, jeder Schulträger bekommt für jede Schule ein entsprechendes Budget, das er bis zum Jahr 2022 ausgeben kann. Voraussetzung sind pädagogische Konzepte der Schule.