Kliniken sollen schließen

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Von dpa, afp & BZ-Redaktion

Di, 16. Juli 2019

Deutschland

Studie: Weniger Krankenhäuser sorgen für mehr Qualität.

GÜTERSLOH (dpa/AFP/BZ). Die Versorgung der Patienten in Deutschland könnte verbessert werden, wenn kleinere Krankenhäuser schließen und die übrigen aufgewertet würden: Zu dem Schluss kommt eine Studie des Berliner Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (Iges) für die Bertelsmann-Stiftung. Empfohlen wird die Schließung von 800 der 1400 Kliniken. Viele seien zu klein und verfügten nicht über die nötige Ausstattung und Erfahrung. Die Bundesärztekammer nannte die Forderung befremdlich und verwies darauf, dass die Regierungskommission zu gleichwertigen Lebensverhältnissen die Bedeutung einer wohnortnahen Gesundheitsinfrastruktur betont habe. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will einen "guten Mix aus wohnortnaher Versorgung und Spezialisierung". Nicht jede Klinik müsse alles machen. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach nannte es falsch, mehr als die Hälfte der Kliniken zu schließen. "Richtig ist aber, dass es nicht genügend Ärzte und Pflegepersonal gibt, um alle bestehenden Häuser in hoher Qualität weiterbetreiben zu können." Überkapazitäten gebe es in Städten, auf dem Land drohe Unterversorgung.