Randale bei Kneipenräumung

dpa

Von dpa

Sa, 08. August 2020

Deutschland

Ärger über steigende Mieten.

Trotz heftiger Proteste ist die seit längerem umkämpfte linke Kiezkneipe "Syndikat" in Berlin-Neukölln am Freitagmorgen geräumt worden. In der Nacht und am Vormittag protestierten weit mehr als tausend Menschen in den Straßen rund um die Kneipe laut und zum Teil aggressiv gegen die Räumung. Vereinzelt kam es zu Steinwürfen auf Polizisten. Die Polizei nahm nach ersten Zahlen 44 Menschen vorläufig fest, wie ein Sprecher der Bild-Zeitung sagte. Sechs Polizisten wurden demnach verletzt.

Die Kneipenbetreiber, die sich selbst ein Kollektiv nennen, hatten seit längerem keinen Mietvertrag mehr, wollten aber nicht ausziehen. Gegen 9 Uhr erschien der Gerichtsvollzieher in Begleitung von Polizisten, die Tür wurde von außen geöffnet. Das "Syndikat" liegt in einer Gegend, in der früher billige Altbauwohnungen teurer neu vermietet wurden. Die Kneipe war daher auch ein Symbol des Kampfes gegen steigende Mieten, Verdrängung und einen Wandel der Stadt.