Raser muss fünf Jahre in Haft

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Von dpa

Sa, 16. November 2019

Deutschland

Gericht sieht keinen Mord.

STUTTGART (dpa). Nach einem Raser-Unfall mit zwei Toten in Stuttgart ist ein Mann zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 21-Jährigen wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge schuldig. "Dass Sie ein Mörder sind, konnten wir nicht feststellen", sagte die Richterin. Zudem verliert der angeklagte Mann nach Verbüßung der Haft für vier Jahre seinen Führerschein. Angeklagt war er wegen Mordes. Die Kammer berief sich in einem noch seltenen Schritt auf den seit 2017 geltenden Raser-Paragrafen des Strafgesetzbuches. Demnach können Autofahrer nicht nur bestraft werden, wenn sie sich an einem illegalen Autorennen beteiligen. Verurteilt werden können einzelne Raser, wenn sie das Leben anderer Mensch aufs Spiel setzen. Damit schreibt die Kammer Rechtsgeschichte. Denn bundesweit ist es laut Gericht das erste Urteil dieser Art bei einem vergleichbaren Fall.