Rechtsradikale in der Elitetruppe?

dpa

Von dpa

Mo, 02. Dezember 2019

Deutschland

Der Militärischer Abschirmdienst ermittelt gegen drei Mitglieder des Kommandos Spezialkräfte.

PRISTINA (dpa). Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nach den Ermittlungen wegen des Verdachts auf einen neuen Fall von Rechtsextremismus im Kommando Spezialkräfte (KSK) ein hartes Vorgehen angekündigt. "Jeder, der in irgendeiner Art und Weise radikal bei der Bundeswehr auffällt, hat in dieser Bundeswehr keinen Platz", sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag bei einem Besuch im Kosovo. Das gelte insbesondere für das KSK, "denn das KSK ist ein Stück Aushängeschild", sagte sie. "Es empfindet sich selbst als solches und deswegen hat es selbst eine besondere Verantwortung, jeder Tendenz zur Radikalität auch entgegenzutreten."

Wegen des Verdachts auf rechtsextremistische Umtriebe wird gegen einen Unteroffizier der Bundeswehr-Eliteeinheit ermittelt. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) verdächtige den Unteroffizier in der Feldwebellaufbahn dringend, ein Rechtsextremist zu sein, schrieb die Bild am Sonntag. Seit Monaten laufe eine nachrichtendienstliche Ermittlung gegen ihn, bestätigte das Verteidigungsministerium der dpa. Dem Bericht zufolge hat der MAD zudem zwei Stabsoffiziere wegen des Verdachts des Rechtsextremismus im Visier. Sie sollen auf einer privaten Feier des Unteroffiziers den Hitlergruß gezeigt haben. Einer der beiden sei vor ein paar Wochen suspendiert worden, der andere gelte beim MAD als "Verdachtsfall".

Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen Soldaten der Bundeswehr hat es schon mehrfach gegeben. Der MAD hatte jüngst erklärt, man wolle künftig auch solche Soldaten stärker in den Blick nehmen, bei denen die Schwelle zum Rechtsextremismus noch nicht überschritten sei. Jeder Fall werde "sehr, sehr ernst" genommen, sagte Ministerin Kramp-Karrenbauer.