"Das sind nicht mehr unsere Kinder"

Do, 15. Februar 2001

Kultur

Morgen ist die Urteilsverkündung im Prozess gegen den Ex-Terroristen Hans-Joachim Klein. Gedanken über einen Werdegang.

Am 21. Dezember 1975 hat eine bewaffnete Gruppe von palästinensischen und deutschen Terroristen die Konferenz der erdölexportierenden Länder (OPEC) in Wien gestürmt, die anwesenden Minister als Geiseln genommen und dabei drei Männer des Wachpersonals erschossen. Seit 17. Oktober muss sich Hans-Joachim Klein vor dem Landgericht in Frankfurt verantworten. Er war an der Aktion beteiligt, war selbst bei einem Schusswechsel mit der Polizei angeschossen worden, und hatte 1977 in einem Brief an den "Spiegel" seinen Austritt aus den Revolutionären Zellen erklärt. Bis zu seiner Verhaftung im Herbst 1998 lebte er unerkannt in Frankreich.

An einem kurzen Verhandlungstag zwischen all den großen Zeugenauftritten von Daniel Cohn-Bendit bis zum Außenminister Joschka Fischer wurde im Gerichtssaal des Klein-Prozesses ein Dokument verlesen, das den Blick auf eine bemerkenswerte Vater-Sohn-Beziehung freigab. Es handelt sich dabei um das Protokoll der Vernehmung von Kleins Vater, die am 29. Dezember 1975 in Frankfurt durchgeführt worden war, also gut eine Woche nachdem sein Sohn Hans-Joachim am Überfall auf die OPEC-Konferenz in Wien mit der anschließenden Geiselnahme teilgenommen und auch geschossen hatte und durch einen Bauchschuss schwer verletzt worden war. Bemerkenswert ist das Protokoll nicht nur, weil es eine Haltung des Vaters seinem Sohn gegenüber offenbart, die in den siebziger Jahren - wenn auch in abgemilderter Form - häufiger anzutreffen war, sondern auch, weil sich die Frage stellt, ob diese ...

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