Ascona

Die letzten Lebensjahre des Freiburger Malers Julius Bissier

Volker Bauermeister

Von Volker Bauermeister

Di, 02. August 2011

Kultur

"Der Freiburger", sagt man, wenn man vom Maler Julius Bissier spricht. Doch als sein berühmtes Spätwerk entstand, war er längst nicht mehr in Freiburg. Sondern in Ascona. Eine Spurensuche.

Im Freiburger Museum für Neue Kunst zeigt ein Bissier-Raum wechselnde Ausschnitte aus seinem Werk. Aber von seinem Leben weiß man nicht viel. Schon gar nicht über seine letzte Zeit.

Ascona. Nicht weit vom Golfplatz, im Schwemmland der Maggia, wo früher auch der Flugplatz war – Heinz Rühmann und Karajan sollen hier das Fliegen gelernt haben. Weltdorf Ascona. Die Straße heißt nach einem Asconeser Barockmaler. Via Giovanni Serodine. Das Haus steht etwas abseits. Casa Rondine. Manchmal hat Julius Bissier den Hausnamen in ein Bild geschrieben. Haus Schwalbe, ein Nachbarhaus steht davor, ein Wohnblock dahinter. Den gab es noch nicht, damals, erinnert sich Pedro Riz à Porta, der hier mit den Geschwistern die Großeltern Bissier besuchte. Da war ein Dschungel, in dem man gut spielen konnte. Vegetation, wie sie zum Lago Maggiore gehört.

Was das Haus selbst angeht, sagt der Enkel des Malers, sei eigentlich alles geblieben. Auch das Tor ist noch das alte. Das Schild am Torgitter: "Bitte vor Besuch anläuten. Prego suonare il campanello". Nicht ungewöhnlich hier. Bei Max Frisch in Berzone im Valle Onsernone stand "Bitte kein Besuch als Überfall". Bei Hermann Hesse in Montagnola schlicht und abweisend "Keine Besuche". Auch Bissier war, als er hier lebte in seinen letzten Jahren, ein gefragter Mann.

Fast über Nacht war der Ruhm gekommen. Auf einmal kam die Zeit dem mönchisch auf seine eine heilige Sache konzentrierten Maler entgegen, und es war vorbei mit der Ruhe. Werner Schmalenbach – derzeit Direktor der Kestnergesellschaft in Hannover – besuchte Bissier zuerst daheim in Hagnau am Bodensee. Er hatte einige vom Fernen Osten vital angehauchte Tuschblätter von ihm im Deutschen Pavillon der ...

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