Architektur & Geschichte

Soll das "Haus der Kunst" wieder in seinen NS-Zustand versetzt werden?

Patrick Guyton

Von Patrick Guyton

Do, 29. Dezember 2016

Ausstellungen

Eine mehr als zweifelhafte Gabe möchte der britische Star-Architekt David Chipperfield den Münchnern überreichen. Das „Haus der Kunst“, ein von den Nationalsozialisten errichteter und 1937 eröffneter Prestige-Bau, soll, so meinte Chipperfield unlängst, durch seine Renovierung der Bevölkerung „zurückgegeben“ werden.

Was die Stadt aber an der Prinzregentenstraße am südlichen Abschluss des Englischen Gartens erhalten soll, gefällt nur wenigen. Im Oktober stellte der Architekt seine Pläne vor, unterstützt und beglückwünscht von Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Nun entwickelt sich Unmut, der zur Empörung wächst. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, formuliert es gegenüber dieser Zeitung so: "Wie man auch nur darüber nachdenken kann, Nazi-Architektur zu rekonstruieren, ist mir völlig unverständlich."

Was ist geschehen? Der Londoner Architekt will das Äußere des Gebäudes und seine Umgebung weitgehend in den Originalzustand aus der NS-Zeit zurückversetzen. Ein wesentliches Element des Vorhabens ist es, die in der Nachkriegszeit vor der Eingangsfront gepflanzten Bäume zu fällen. Der "grüne Vorhang" soll weg und der Blick freigegeben werden auf das Gebäude. Die lange Zeile mit ihrer ...

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