Elegantes, lyrisches Spiel

Udo Andris

Von Udo Andris

Do, 10. Oktober 2019

Rock & Pop

Das Gitarrist Peter Bernstein tritt mit seinem Quartett beim Jazzkongress in Freiburg auf.

Wer vom legendären Jim Hall, einem der einflussreichsten Gitarristen des Modern Jazz – ein Vorbild auch für nachfolgende Generationen – Anerkennung erhält, kann nur ein großes Talent sein. Das Lob gilt Peter Bernstein, in dessen Spiel Hall eine besondere Begabung für Swing, logischen Aufbau, Feeling und Geschmack entdeckte. 1990 bat er den 1967 in New York City geborenen Bernstein, am JVC-Jazz-Festival teilzunehmen: Dort traten auch Größen ihres Fachs wie John Scofield und Pat Metheny auf – doch der Neue beeindruckte wohl am meisten.

Peter Bernstein erhielt ab dem achten Lebensjahr Klavierunterricht, wechselte mit 13 Jahren (zu Beginn autodidaktisch lernend) zur Gitarre. Später dann studierte er Jazz, schloss seine Ausbildung an der New School in New York ab, wo er Jim Hall kennenlernte. Peter Bernstein kultivierte eine auch lyrische Spielweise, verbunden mit einem glasklaren Ton und einer elegant-swingenden Phrasierung. Gitarren-Heroen des Modern Jazz wie beispielsweise Wes Montgomery, Kenny Burrell, und natürlich auch Jim Hall, schwingen in Bernsteins Saiten-Kunst durchaus mit.

1990 entdeckte ihn auch eine weitere Jazz-Legende, Altsaxophonist Lou Donaldson, der (sinngemäß) meinte, einem Mitmusiker wie Peter Bernstein müsse man keine Anweisungen geben – er könne eh schon alles. Bernsteins Fähigkeiten erweckte bei vielen bekannten Musikerinnen und Musikern der New Yorker Szene rasch Aufmerksamkeit. So arbeitete er im Laufe der Jahre unter anderem mit der Pianistin und Sängerin Dianna Krall, dem bedeutenden Vibraphonisten Bobby Hutcherson oder dem geschätzten Pianisten Brad Mehldau. Zu den Höhepunkten in Bernsteins Karriere gehört sicher auch sein Wirken in einem Trio mit Larry Goldings (Orgel) und Bill Stewart (Drums), das von der New York Times als "bestes Orgel-Trio der letzten Dekade" bezeichnet wurde.

Peter Bernstein besucht jetzt in Quartett-Besetzung auch Freiburg, wo ihn kongeniale und in New York gefeierte Kollegen wie Sullivan Fortner (Klavier), Doug Weiss (Kontrabass) und Leon Parker (Drums) unterstützen werden. Sicher ein Fest für Fans eines elegant dargebotenen Post-Bop.

Konzert: Montag, 14. Oktober, Freiburg, Schützen, 20.30 Uhr.