"Heimat wird immer mehr zum Utopiebegriff"

scho

Von scho

Di, 25. Januar 2011

Kino

BZ-INTERVIEW mit dem Medienwissenschaftler Heiner Behring über die Sehnsucht nach Identität und Zuhause – und wie das Kino sie bedient.

"Heimatsuche im Film – Vom falschen Pathos zum Versuch der Identitätsstiftung" heißt eine kleine Reihe in der Katholischen Akademie Freiburg, die an diesem Mittwoch sowie am 24. Februar und 22. März drei höchst verschiedene Heimatfilme zeigt und gemeinsam mit Heiner Behring (53), Regisseur und Medienwissenschaftler an der Hochschule Offenburg, zur Diskussion stellt. Mit ihm sprach Gabriele Schoder.

BZ: Herr Professor Behring, war Ihr erster Spielfilm, "Zur Sonne" von 2007, nicht auch ein Heimatfilm?
Heiner Behring: Könnte man sagen. Er hat ja im Schwarzwald gespielt, in Schiltach. Das hat mich als Filmemacher, der in Freiburg wohnt, ja auch interessiert: dass ich Orte suche, an denen ich lebe, Orte und Landschaften aber auch, die nicht sowieso permanent auf der Leinwand sind – wie Hamburg, Berlin, München, Köln.

BZ: Stattdessen der Schwarzwald. Der Heimatfilm als deutscher Western spielt ja traditionell in den Alpen oder im Schwarzwald...
Behring: ...weil das gewissermaßen unberührtes Terrain ist. Wenn wir uns in die 1950er Jahre zurückversetzen, in denen Filme wie das "Schwarzwaldmädel" ungeheuren Erfolg hatten: Die Schrecken des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges stecken den Menschen noch in den Knochen. Die Städte sind zerstört – da kommt man nicht drumherum beim Drehen. Wo ist noch eine Kontinuität? Das finden wir im Alpenraum, im Schwarzwald: Da ist die Welt noch in Ordnung. Und zumindest im Film können wir das wieder hervorholen. Es gibt ja in vielen Filmen dieser Zeit den klassischen Konflikt Stadt-Land: Die Menschen in den ländlichen ...

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