Ins beste Licht gerückt

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 20. September 2019

Klassik

Orgelkonzerte in der Region lassen einige herausragende Instrumente erklingen.

Wenn die Königin der Instrumente Geburtstag hat, muss das gebührend gefeiert werden. Zehn Jahre alt wird die Jann-Orgel in der katholischen Kirche St. Bonifatius in Lörrach, deren Farbigkeit und Klangvielfalt bei Konzerten im Herbst und Winter ins beste Licht gerückt wird. Das Konzert "Zehn Jahre Jann-Orgel" am 27. Oktober, 17 Uhr, bestreitet Johannes Lang. Der in Märkt aufgewachsene Kirchenmusiker war drei Jahre lang Stadtkantor der evangelischen Kirchengemeinde Lörrach und ist seit 2016 Kantor an der Friedenskirche in Potsdam-Sanssouci. An der Jann-Orgel wird er Werke von Bach, Mendelssohn und Vierne spielen. Das Recital wird per Videokamera live auf eine Großleinwand in der Kirche übertragen.

Am 27. September 2009 war das Instrument der Firma Thomas Jann, das nach dem Kirchenbrand in Auftrag gegeben wurde, festlich geweiht worden. Nach einigen klanglichen Überarbeitungen und neuer Intonation erstrahlt das mit 43 Registern und drei Manualen ausgestattete Instrument nun in neuem Glanz. Von der Disposition her mit barockem Hauptwerk und französischem Schwellwerk lassen sich auf dieser prächtigen Orgel Werke aller Epochen adäquat realisieren.

Kirchenmusiker Andreas Mölder, der die Benefizreihe "Con Boni" veranstaltet, eröffnet den Orgelmusikreigen in St. Bonifatius bereits am 27. September, 19 Uhr, mit einem beschwingten heiteren Potpourri an Stücken aus aller Welt. Reizvoll sind auch Kombinationen mit anderen Instrumenten: etwa Orgel und Saxofon am 8. November, 20 Uhr. Andreas Mölder und Heinzpeter Schmitz begleiten abwechselnd an der Jann-Orgel den Saxofonisten Ralf Geisler in einem Klassik- und einem Jazzteil.

Orgelklänge, Gesang, Gedichte und Geschichten werden am 30. November in St. Bonifatius in Lörrach und am 1. Dezember in der Kirche St. Bernhard in Schopfheim verwoben. Festliche Barockmusik für Orgel, Trompeten und Pauken erklingt bei Neujahrskonzerten am 18. Januar, 20 Uhr, in St. Bernhard in Schopfheim und am 19. Januar, 17 Uhr, in St. Bonifatius in Lörrach.

Mit Fug und Recht eine Orgelstadt

Schopfheim darf sich mit Fug und Recht eine Orgelstadt nennen, denn sie verfügt über fünf herausragende Instrumente, darunter zwei wertvolle historische Orgeln in der Alten Kirche St. Michael sowie die Schuke-Orgel und die romantische Voit-Orgel in der evangelischen Stadtkirche. Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon agiert oft selbst an den Spieltischen dieser Instrumente und veranstaltet ein Musikprogramm, in dem die Orgel einen hohen Stellenwert hat. In der Abendmusik am 21. September, 18 Uhr, mit dem Trompeter Frank Amrein und Felix Wunderle an der Orgel begegnen sich das Instrument der Könige und die Königin der Instrumente: ein in Sachen prächtiger Klang unschlagbares Duo.

International besetzt ist der Trio-Abend am 12. Oktober, 18 Uhr, mit dem Geiger Eckart Lorenzen aus Tel Aviv, der Sopranistin Jurate Svedaite aus den USA und Christoph Bogon an der Orgel. Beim traditionellen Silvesterkonzert um 21.30 Uhr zündet Organist Bogon unter dem Motto "Meet the Queen" an den Registern ein virtuoses Feuerwerk zum Jahresausklang.

Auch in Weil am Rhein hat man in der katholischen Kirche St. Peter und Paul mit der Metzler-Orgel eines der schönsten und besten Instrumente weit und breit, das gerühmt wird für seine wunderschönen Klangfarben. Durch harmonische Registerkombinationen ist diese Orgel höchst anpassungsfähig, was Stücke aus verschiedensten Epochen anbetrifft. Etabliert hat sich in Weil der Regio-Orgelzyklus, der als Dreiländer-Festival mit Organisten aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz konzipiert ist. Zum Auftakt am 13. Oktober, 17 Uhr, spielt der französische Organist Jean-Charles Ablitzer aus Belfort, der Spezialist für Alte Musik ist, Werke aus der Renaissance, dem Frühbarock und Barock. Am 20. November ist Wolfgang Zerer zu hören, Orgelprofessor an der Schola Cantorum Basiliensis, der nicht nur Fachmann für frühe Musik ist.

Erstmals in der Reihe zu Gast ist am 27. Oktober Matthias Meierhofer, Domorganist am Freiburger Münster und Professor an der Freiburger Musikhochschule. Organisator Albrecht Klär freut sich sehr, dass es gelungen ist, den Domorganisten als Interpreten an der geschätzten Metzler-Orgel zu gewinnen.