"Ja! Eine Weberische!"

Heidi Knoblich

Von Heidi Knoblich

Sa, 07. Januar 2012

Klassik

Constanze Mozart wurde vor 250 Jahren in Zell im Wiesental geboren. Die Mozart-Biographie hat sie lange unterschätzt.

Man könne Constanze nicht vorwerfen, dass sie so war, wie sie war, tönte es lange Zeit einstimmig aus den Reihen der Mozart-Biografen, schließlich habe sie sich ihr Aussehen, ihre Gefühlsarmut und ihre begrenzte Liebesfähigkeit nicht ausgesucht, ebenso wenig ihr Elternhaus.

Kaum eine Frau ist in der Musikliteratur so verurteilt worden wie Constanze Mozart geb. Weber. Sie sei ein triebmäßig dahinlebendes, sinnliches, primitives, launisches und lebenslustiges Weibchen gewesen, hatte Arthur Schurig 1913 noch in seiner Mozart-Biografie behauptet und musste bald schon eingestehen, dass er ihr damit Unrecht getan und seine Meinung über sie erheblich zu ihren Gunsten habe ändern müssen. Eine bedeutende Frau sei sie dennoch nicht gewesen. Wolfgang Amadeus Mozart selber pries sie seinem Vater mit den Worten an: "Und sie frisiert sich auch alle Tage selbst. Versteht die Hauswirtschaft, trinkt nichts als Wasser, sie will nichts als Fugen hören, besonders aber nichts als Händel und Bach."

Doch wer war diese Constanze, die am 5. Januar 1762 im vorderösterreichischen Zell im Wiesental als dritte von vier Töchtern des hochmusikalischen Zeller Amtmanns Fridolin Weber und der aus Mannheimer Regierungskreisen stammenden Maria Cäcilia Stamm geboren wurde, wirklich? "Diese Frau ist für mich einer der interessantesten lebenden Menschen", schrieb der Londoner Musikverleger und Musiker Vincent Novello 1829 in sein Reisetagebuch über die in Salzburg lebende 67-jährige Witwe Mozarts und rühmte deren "gute und einnehmende Manieren". Sie sei "ungezwungen wie jemand, der sich viel in der Gesellschaft umgetan und die Welt kennengelernt hat". Im Jahre 1788 notierte ein dänischer Bewunderer nach einem Besuch in Mozarts Garten: "Seine Frau schnitt Kielfedern für den Notenschreiber". ...

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