Konzertreihe

Kraftwerk in Düsseldorf: Utopias Volksmusik

Stefan Franzen

Von Stefan Franzen

Sa, 19. Januar 2013 um 00:03 Uhr

Rock & Pop

Ein Elektrobad aus Klang und Bild, für viele Besucher fast schon eine Art Gottesdienst, der ehrfürchtig verfolgt wird: Die Konzertreihe von Kraftwerk in Düsseldorf.

Die Zukunft hatte ihre Chance. Doch irgendwie hat sie ihren Einsatz verpatzt. Wir Kinder der 70er Jahre träumten vom Beamen, von Zeitreisen und Städten auf dem Mars. Verknüpft war das alles mit dem magischen Datum des Jahres 2000, und die Musik dazu lieferte eine Band namens Kraftwerk. "Wir sind die Robotärrr", sangen wir, und sahen uns im neuen Millennium als Helden in einem Science-Fiction-Szenario. Pech gehabt: 2000 ist gerade Teenie geworden und schlägt sich ganz uncool mit Klimakollaps, Eurokrise und Shitstorms herum.

Fast unheimlich ist es da, dass die Musik von Kraftwerk noch immer gefeiert wird. Obwohl ihre prophetischen Themen (Internetliebe und Computerüberwachung) durch den Alltag banalisiert und andere Titelhelden ihrer Songs (der Trans-Europa-Express) längst ausrangiert, des Dopings überführt ...

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