Lieber voraus- als hinterherrennen

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Fr, 20. September 2019

Rock & Pop

Offbeat Basel veranstaltet seit 45 Jahren Jazzkonzerte.

Dieses Jahr sind es 45 Jahre, dass Offbeat hochkarätige Jazzkonzerte in Basel veranstaltet. Seit 30 Jahren organisiert Offbeat zudem das Jazzfestival Basel, das im April und Mai stattfindet. Zum Jubiläum gibt es dann auch in der neuen Saison ein besonderes Programm mit großen Namen wie Brad Mehldau, Ron Carter, Iiro Rantala sowie Lars Danielsson & Paolo Fresu.

Urs Blindenbacher, heute 66 Jahre alt, ist der Mann, der als Motor hinter Offbeat steht. Als er damit angefangen hat, war er noch Schüler. Er vertritt einen offenen und weit gefassten Begriff von Jazz und stellt dem Publikum immer wieder neue Entwicklungen vor. "Ich bin überzeugt, dass sich Musik weiter entwickeln muss", sagte er im Gespräch mit "bz Basel" und meinte, neue und spannende Musikstile entstünden heute vor allem in den Mischformen. Lieber voraus- als hinterherrennen, ist Blindenbachers Motto, und in der Vergangenheit hat er oftmals schon ein gutes Gespür für neue Trends und kommende Stars bewiesen.

Das Programm diesen Herbst kann sich sehen lassen: Der Pianist Brad Mehldau tritt mit seinem Trio am 27. September im Musical Theater Basel auf. Mehldau, Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz, gilt heute neben Keith Jarrett und Chick Corea als der bekannteste Pianist in der amerikanischen Jazzszene.

Am 14. und 15. November präsentiert Offbeat die Saxofonistin Sarah Chaksad mit ihrem Orchester, die auf dem Jazzcampus ihr neustes Album "Tabriz" vorstellen wird. Darauf legt die Bigband neue Kompositionen vor, in denen sich Sarah Chaksad musikalisch mit der Herkunft ihres Vaters, dem Nordwesten des Irans, auseinandersetzt. Das Sarah Chaksad Orchestra besticht durch reiche Farbigkeit und vielschichtige Songs mit clever vertrackten Rhythmen zwischen treibenden Beats und feinen Balladen.

Weiter geht es schon am 21. November im UBS-Forum mit dem Ron Carter Quartet und dem Trompeter Franco Ambrosetti als Gastsolisten. Ron Carter ist einer der bedeutendsten Jazz-Bassisten der Welt, der auf mehr als 2200 Alben zu hören ist, unter anderem mit Legenden wie Miles Davis, Herbie Hancock oder Freddie Hubbard. Franco Ambrosetti gilt mit seiner frechen und doch eleganten Spielweise als ein Grandseigneur des europäischen Jazz. Am 11. Dezember kommt der Pianist Iiro Rantala als Solist in die Basler Martinskirche. Auch Rantala, der mit seinem Trio 2018 beim Jazzfestival Basel war, ist ein musikalischer Grenzgänger: Er bedient sich bei der Klassik ebenso wie bei Popmusikern wie John Lennon und macht daraus ein faszinierendes Jazzerlebnis. Der Finne Iiro Rantala gilt zu Recht als einer großartigsten derzeitigen Jazzpianisten. Alle Konzerte beginnen um 20.15 Uhr.