Nichts ist echt auf der Alm

Sa, 07. April 2001

Kultur

Raimunds "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" in Basel.

Auf der Alm, da gibt's keine Natur. Das Alpenglühen: eine Behauptung aus roten Buchstaben. Der Vögelein Lied: Orchesterpfeifen. Die Waden der Dirndl: nur stramm, weil wattiert, ihre Sehnsucht nach einem Schäferstündchen im Freien ein vorgetäuschter Orgasmus. Nichts wirkt echt in der Basler Version von Ferdinand Raimunds "Der Alpenkönig und der Menschenfeind" in der Komödie. Und nichts versucht, echt zu wirken. Das Wesen der Dinge stinkt zum Himmel. Aber der ist ja auch nur eine Plane aus Plastik.

So ändern sich die Zeiten. Als Ferdinand Raimund 1828 auf dem Zenit seiner Karriere vom Zuckerbäckerlehrling zum Wiener Volkstheaterhelden das Stück verfasste, hatten Alpenkulissen noch die Klasse einer Ricola-TV-Werbung. Ouvertüren begannen sanft, vielleicht ein wenig süßlich, jedenfalls nicht so schräg wie ...

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