Pollesch leitet die Volksbühne

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Von epd

Do, 13. Juni 2019

Theater

Castorfs Ziehsohn kehrt zurück.

Der Theaterregisseur und Autor René Pollesch wird ab der Spielzeit 2021/22 neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Pollesch erhalte einen Vertrag bis zum Jahr 2026, bestätigte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Mittwoch in Berlin. Interims-Intendant Klaus Dörr soll nach der Spielzeit 2020/21 seine Aufgaben an der Volksbühne abgeben. Pollesch betonte bei seiner Vorstellung, er sei kein "trojanisches Pferd für die alte Volksbühne" unter Frank Castorf. An der Volksbühne sollten zukünftig Autorenkollektive direkt mit den Schauspielern arbeiten und "kleine wendige Theatertruppen" bilden. Regisseure müsse man "weglassen", sagte der 56-Jährige. Damit wendet sich Pollesch gegen das Regietheater, das unter Castorf die Volksbühne dominierte. Es solle nun eine funktionierende Arbeitspraxis im Vordergrund stehen, nicht die Orientierung am Zuschauer. Pollesch zufolge werden unter anderen die Schauspieler Martin Wuttke, Sophie Rois, Kathi Angerer und das Theatermacherduo Ida Müller und Vegard Vinge an die Volksbühne zurückkehren. Auch mit den Besetzern der Volksbühne aus dem Jahr 2017 stehe er in Kontakt, erklärte Pollesch auf Nachfrage. Er selbst werde zwei Mal pro Spielzeit Stücke in dem Haus am Rosa-Luxemburg-Platz inszenieren.