Schöne Ruine wird Wärmflasche

Mo, 09. April 2001

Kultur

"Von Rodin bis Baselitz": Eine Ausstellung der Stuttgarter Staatsgalerie zum Thema des Torsos in der Skulptur der Moderne.

Die Lichtregie erfasst die aufgesockelten Exponate als Handelnde. Punktstrahler im Halbdunkel. Dieser erste Saal gehört Auguste Rodin, dem Vordenker der bruchstückhaften Körperform - des Torsos, dessen Geschichte die Ausstellung der Stuttgarter Staatsgalerie in einer Summe von 120 Jahren skizziert. Dass Rodin nicht der Entdecker des Torsos war, das bezeugt hier eine italienische Kleinbronze des 16. Jahrhunderts, die ein antikes Fundstück simuliert und mit dem pittoresken Reiz des Fragments spielt. Rodin bedeutet der Torso dann aber ungleich mehr. In ihm sucht er das Faszinosum des "non finito" - die unabgeschlossene Form, in der sich der ganze Schwung der künstlerischen Arbeit darstellt.

Der "Torso der Adèle", dessen Beine mit den Knien enden und bei dem man im Dreieck des angewinkelten Armes vergeblich den Kopf sucht, dieser sich im Liegen reckende und dehnende Leib verkörpert erotische Spannung. Wie so vieles entstand die Figur bei der Arbeit am "Höllentor", die Rodin über Jahrzehnte nicht losließ: eine "Verdammte" also, aus der ...

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