Vergessen, was den Blick trübt

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Mo, 31. Dezember 2012

Literatur

Der Schriftsteller Erhart Kästner hat sich seiner NS-Vergangenheit nie gestellt.

Peter Huchel und Erhart Kästner – zwei Namen, die in Staufen in hohem Ansehen stehen. Aus Anlass der 30. Verleihung des Huchel-Preises wird die Stadt bis April 2013 im historischen Stubenhaus eine literarische Ausstellung einrichten, die Huchel und Kästner gewidmet ist. Schon jetzt tagt der Gemeinderat dort im "Erhart-Kästner-Saal". Dabei ist Kästner kein unumstrittener Autor – vor allem wegen seiner NS-Vergangenheit.

Im September 1939 hatte sich Erhart Kästner freiwillig zur Wehrmacht gemeldet, Ende 1939 war er in die NSDAP eingetreten. Ab Januar 1942 durfte er im Auftrag der Wehrmacht das von deutschen Soldaten besetzte griechische Festland und später auch Kreta bereisen. Ergebnis waren zwei Bücher für die deutschen Besatzungssoldaten im Land: "Griechenland – ein Buch aus dem Kriege" und "Kreta", das allerdings nicht mehr vor Kriegsende fertig wurde. Das Griechenland-Buch veröffentlichte Kästner 1953 unter dem Titel "Ölberge, Weinberge" ein zweites Mal – gereinigt von allen Spuren seiner Kriegsverherrlichung und den gröbsten ...

BZ-Archiv-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ