Vielfalt durch Preisbindung

KNA

Von KNA

Sa, 09. November 2019

Literatur & Vorträge

Studie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.

Die Buchpreisbindung garantiert nach Studien für den Börsenverein des deutschen Buchhandels die Vielfalt und Qualität des Buchangebots in Deutschland. "Die Preisbindung garantiert ein engmaschiges Netz an Buchhandlungen, die wichtige Orte der Literaturvermittlung und unverzichtbarer Vertriebskanal gerade für kleine und mittelgroße Verlage sind", sagte am Freitag der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, in Berlin.

Seit fast 150 Jahren gibt es für Bücher in Deutschland gebundene Preise. Kunden zahlen überall denselben Preis, egal ob in einer kleinen Sortimentsbuchhandlung, einem Buchkaufhaus oder über das Internet. Diese Regelung war zuletzt durch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Arzneimittelpreisbindung und ein Gutachten der Monopolkommission unter Druck geraten. Im vergangenen Dezember bekannte sich der Bundestag demonstrativ zum Erhalt dieser Regelung.

Im Auftrag des Börsenvereins haben eine Forschergruppe um den Gießener Volkswirtschaftler Georg Götz und der Osnabrücker Handels- und Wirtschaftsrechtler Andreas Fuchs Auswirkungen und Legitimität der Buchpreisbindung untersucht. Die Gießener Studie unterstreicht, dass die Buchpreisbindung eine große Rolle für eine breite Buchhandelslandschaft und die Verbreitung des Kulturguts Buch spiele und zugleich Qualität und Vielfalt des Buchangebots fördere. "So fördert die Preisbindung die Verbreitung von Büchern, indem sie eine große Zahl an Buchhandlungen ermöglicht, die ihrerseits die Nachfrage nach Büchern fördern", betonte Götz. Sie sorge zudem dafür, dass eine große Vielfalt von Titeln jenseits der Bestseller gekauft würden.

Fuchs unterstrich, dass die Buchpreisbindung im Einklang mit dem europäischen Wettbewerbsrecht stehe. Ausländischen Versandunternehmen werde der Zugang zum deutschen Buchmarkt nicht erschwert. Laut Studie sorgte die Abschaffung der Buchpreisbindung in Großbritannien und Nordirland dafür, dass die Zahl der unabhängigen Buchhandlungen von 1995 bis 2001 um rund zwölf Prozent gesunken sei. In Deutschland habe es lediglich einen Rückgang von drei Prozent gegeben. In der Bundesrepublik sei zudem die Marktkonzentration deutlich geringer. Im Vereinigten Königreich habe allein Amazon einen Marktanteil von rund 45 bis 50 Prozent, kleine Buchhandlungen nur etwa von fünf bis zehn Prozent. In Deutschland entfielen auf den gesamten Online-Buchhandel nur etwa 20 Prozent des Umsatzes.