Wer’s glaubt

13 Wahrheiten über Verschwörungstheorien

Florian Kech

Von Florian Kech

So, 29. September 2019 um 10:26 Uhr

Panorama

BZ-Plus War die Mondlandung nur Theater? 9/11 das Werk des Weißen Hauses? Und welchem Geheimbund dient eigentlich Merkel? Sie sind absurd, gefährlich und stark im Kommen: Verschwörungstheorien.



1. Verschwörungstheoretiker sind nicht (zwangsläufig) paranoid
Die Versuchung ist groß, Verschwörungstheoretikern eine Paranoia zu attestieren, allerdings führt dies in ein Dilemma: Man müsste fast die Hälfte der Bevölkerung für verrückt erklären. 46 Prozent der Deutschen sind laut Mitte-Studie der Ansicht, dass irgendein Geheimbund das Sagen hat. Verschwörungstheoretiker misstrauen Politikern, Bankern und Journalisten. Ihr Argwohn gegen "die da oben" ist obsessiv. Aber eben nicht zwingend pathologisch.

2. Nicht nur alte weiße Männer glauben an Verschwörungstheorien
Alter, Bildung oder Einkommen schützen nicht vor wirren Ansichten. Die Oberstudienrätin a. D. kann ebenso an der Mondlandung zweifeln wie der siebzehnjährige Schulabbrecher. Männliche Verschwörungstheoretiker bevorzugen einer niederländischen Umfrage zufolge weltpolitische Themen, nehmen beispielsweise an, dass die Anschläge von 9/11 von der US-Regierung inszeniert wurden. Verschwörungstheoretikerinnen konzentrieren sich hingegen eher auf das eigene Umfeld und misstrauen dem Impfen, weil sie dahinter einen bösen Plan der Pharmaindustrie vermuten, oder halten die Kondensstreifen am Himmel für giftige "Chemtrails".

Auch wenn solche kruden Ansichten in allen Schichten und Milieus vertreten werden, gibt es Faktoren, die eine sogenannte "Verschwörungsmentalität" begünstigen. Menschen, die extreme politische Meinungen vertreten oder sich zu einer Minderheit zählen, wittern hinter dem Geschehen häufiger dunkle Mächte als andere. Hinzu kommt noch ein weiterer wichtiger Faktor: das Gefühl des Kontrollverlusts.

3. Für Verschwörungstheorien herrschen günstige Zeiten
Als im Sommer 2015 täglich Tausende Menschen nach Deutschland flüchteten, war dies Wasser auf die Mühlen der alten Mär vom "großen Austausch". In rechten Kreisen wird seither erzählt, Merkel habe die Grenzen deshalb nicht geschlossen, weil sie den wahnwitzigen Plan verfolge, durch Zuwanderung die biodeutsche Stammbevölkerung auszumerzen.

Die ...

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