Ärzte fordern Register zu Fehlbildungen

dpa

Von dpa

Di, 17. September 2019

Panorama

Voraussetzung für Vergleich.

DÜSSELDORF (dpa/ben). Nach einer Häufung von Handfehlbildungen bei Neugeborenen in einer Gelsenkirchener Klinik gibt es Forderungen nach einem bundesweiten Register. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) verweist darauf, dass Fehlbildungen bei Neugeborenen sehr unterschiedliche Ursachen haben können, dazu sei eine sehr sorgfältige Analyse erforderlich. "Ein Register würde uns auf jeden Fall weiterhelfen", sagte der BVKJ-Bundessprecher Hermann Josef Kahl am Montag.

Auch die Chefärztin der Handchirurgie des Katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift Hamburg, Wiebke Hülsemann, hält ein Register für sinnvoll. "In Deutschland gibt es keine Meldepflicht und kein Fehlbildungsregister. Das ist aber Voraussetzung für einen Vergleich, ob die Fehlbildungen eventuell durch eine Noxe (Medikamente oder Umwelteinflüsse) gehäuft neu entstanden sind", erklärte sie. Laut dem Ulmer Mediziner Wolfgang Paulus werden in Deutschland durchschnittlich 350 Kinder mit einer Fehlbildung von Händen oder Beinen geboren. Die Häufung der drei Kinder lägen noch im Bereich der Zufälligkeit. Im Sankt Marien-Hospital Buer waren in zwölf Wochen drei Kinder mit fehlgebildeten Händen geboren worden. "Wir finden den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig", hatte die Klinik mitgeteilt. Fehlbildungen dieser Art habe man in der Klinik viele Jahre nicht erlebt.