Anklage lautet auf Mord

dpa

Von dpa

Sa, 09. November 2019

Panorama

Tötung eines Dreijährigen.

DETMOLD (dpa). Die 15-Jährige aus Detmold, die am Mittwoch ihren dreijährigen Bruder getötet haben soll, sitzt nun wegen Mordes in Untersuchungshaft. Sie habe ausgesagt, dass sie sich selbst für die Täterin halte – zugleich berufe sie sich aber auf Erinnerungslücken, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Das Motiv vermuten die Ermittler in einem schwierigen familiären Umfeld der 15-Jährigen. Sie habe "eine tiefe Abneigung gegen den Halbbruder entwickelt", so die Behörden. Einen Anlass für die Tat habe sie in den Vernehmungen nicht genannt.

Der Haftrichter sei bei seiner Entscheidung am Freitag davon ausgegangen, dass die 15-Jährige die Tat aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke verübt habe. 28 Messerstiche zählten Gerichtsmediziner bei der Obduktion des Dreijährigen. "Es wird davon ausgegangen, dass das Opfer zum Zeitpunkt der Tatbegehung schlief", teilten die Ermittler mit.

Angehörige hatten die Leiche des dreijährigen Jungen am Mittwoch gegen 21 Uhr in der Wohnung der Familie gefunden und die Polizei alarmiert. Die Behörden hatten daraufhin eine Fahndung eingeleitet. Streifenbeamte, Diensthunde und ein Hubschrauber waren im Einsatz.

Mit 15 Jahren ist die junge Frau vom Gesetz her strafmündig. Ein Gutachter müsse nun prüfen, ob sie schuldfähig ist und wie er ihre geistige Entwicklung einschätzt. Sie sollte für die Untersuchungshaft im Jugendgefängnis in Iserlohn untergebracht werden.

Bei einer Anklage würde ein Prozess wegen des Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Das Jugendgerichtsgesetz (JGG) sieht bei Mord eine Höchststrafe von zehn Jahren vor.