Botsuana schlägt Alarm

dpa

Von dpa

Do, 10. Oktober 2019

Panorama

Erschreckende Zunahme der Nashorn-Wilderei.

GABORONE (dpa). Wegen zunehmender Aktivitäten von Nashorn-Wilderern in seinen Naturparks schlägt der afrikanische Staat Botsuana Alarm. "Nashorn-Wilderer scheinen ihre Aufmerksamkeit nun Botsuana zu widmen", meinte der zuständige Nationalpark-Koordinator Mmadi Reuben am Mittwoch. Nach Angaben der Sprecherin des Umweltministeriums, Alice Mmolawa, hat Südafrikas Nachbarland seit April neun der Dickhäuter durch Wilderer verloren. "Eine noch nie da gewesene Zahl". Die Behörden befürchten einen weiteren Anstieg.

In dem Land gibt es laut der Tierschutzorganisation Rhino Conservations Botsuana etwa 400 Nashörner. Der Staat hat viele Ressourcen in den Tierschutz gesteckt – erst im Vormonat hatte sich der britische Prinz Harry bei seinem Besuch davon überzeugt. Nach Botsuana wurden wegen seiner strengen Bekämpfung der Wilderei auch Nashörner aus anderen Ländern gebracht – das Land galt bisher als sicher vor allem für die vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner.

Der Handel mit Horn von Nashörnern ist auf internationaler Ebene seit rund vier Jahrzehnten verboten. Auf dem Schwarzmarkt, vor allem in China und Vietnam, zahlen Kunden laut Berichten aber bis zu 30 000 Euro pro Kilogramm. Den Hörnern werden dort aphrodisierende, heilende Kräfte zugeschrieben. Dabei bestehen sie aus Keratin, dem gleichen Material wie menschliche Fingernägel.