Lkw-Zusammenstoß

Ermittler sehen in Limburg bisher keine Hinweise auf Terror

dpa/bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Di, 08. Oktober 2019 um 06:39 Uhr

Panorama

Der Vorfall mit einem gestohlenen Laster in Limburg gibt weiter Rätsel auf. Der Täter, ein 32-jähriger Syrer, ist der Polizei bekannt – aber nicht durch islamistische Umtriebe.

Aktualisiert um 11.30 Uhr

Nach dem Zwischenfall mit einem Lastwagen im hessischen Limburg ist das Motiv des Fahrers weiter unklar. Die Bundesanwaltschaft sieht den Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Zuständigkeit. Das sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Dienstag auf Anfrage. Man habe das Geschehen aber im Blick und stehe in engem Kontakt mit den hessischen Strafverfolgungsbehörden. Die Bundesanwaltschaft ist für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig.

Der Mann war am späten Montagnachmittag in der hessischen Kleinstadt mit einem gestohlenen Lastwagen auf acht Autos aufgefahren und hatte sie ineinander geschoben. Dabei wurden neben dem Fahrer acht Menschen leicht verletzt.

"Da wird ermittelt und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist." Horst Seehofer
Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, handelt es sich bei dem Mann um einen 32-jährigen Syrer, der seit November 2015 in Deutschland lebt und 2016 einen subsidiären, also eingeschränkten Schutzstatus erhalten hat. Nach dpa-Informationen ist er bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen. Über mögliche Kontakte zu Islamisten ist den Behörden bislang nichts bekannt. In der Nacht wurde laut Polizei im hessischen Langen eine Wohnung durchsucht.

Der Hintergrund des Zwischenfalls ist Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zufolge noch unklar. Auf die Frage nach möglichen Hinweisen auf einen Terroranschlag sagte Seehofer am Vormittag am Rande eines EU-Innenministertreffens in Luxemburg: "Da wird ermittelt und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist."

Ähnlich äußerten sich die Ermittlungsbehörden. Es sei noch zu früh für Wasserstandsmeldungen, sagte Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittele in dem Fall - und zwar in alle Richtungen. Weitere Informationen würden voraussichtlich im Verlauf des Tages bekanntgegeben. Mehrere Medien hatten zuvor unter Verweis auf Sicherheitsbehörden gemeldet, dass die Tat als Terrorakt eingestuft worden sei.

Der Festgenommene hatte nach Erkenntnissen der Behörden keine Kontakte zu militanten Salafisten oder anderen Extremisten. Der 1987 geborene Syrer soll bisher noch keine Aussage gemacht haben. Für ein terroristisches Motiv gebe es bislang noch keine Hinweise, es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, hieß es.