Mutmaßliche Brandstiftung

Filmstudio in Kyoto brennt aus – Feuerwehr befürchtet 23 Tote

dpa, AFP

Von dpa & AFP

Do, 18. Juli 2019 um 10:11 Uhr

Panorama

Es sind Szenen wie in einem Horrorfilm: "Sterbt!", schreit ein Mann und zündet ein Animationsstudio in Japan an, das Zeichentrickfilme produziert. Nun suchen Ermittler nach Motiven für seine Tat.

Bei einem Brandanschlag auf ein Filmstudio in der japanischen Touristenhochburg Kyoto sind mehr als ein Dutzend Menschen getötet worden. Die örtliche Feuerwehr bestätigte am Donnerstag zunächst den Tod von 13 Menschen. Man befürchte aber, dass noch mindestens zehn weitere in den Flammen umgekommen seien, sagte die Feuerwehrmitarbeiterin Fumiko Inui.

Weitere wurden laut der japanische Nachrichtenagentur Kyodo verletzt. Mehrere Menschen hätten das Bewusstsein verloren. Ein 41-jähriger Mann, der sich unter den Verletzten befand und ins Krankenhaus gebracht wurde, habe die Tat gestanden, hieß es weiter.

Der Täter soll eine brennbare Flüssigkeit am Morgen (Ortszeit) an dem Gebäude versprüht und daraufhin das Feuer gelegt haben. Dabei schrie er nach Angaben von Augenzeugen: "Sterbt!" Sein Motiv war zunächst unklar.

Die Polizei fand am Tatort auch mehrere Messer

Aufnahmen des dreistöckigen Firmengebäudes zeigten ein völlig ausgebranntes Haus, aus dem noch Rauchwolken aufstiegen. Die Polizei fand am Tatort auch mehrere Messer.

Die 1981 gegründete Produktionsfirma Kyoto Animation hat vor allem in den 2000er Jahren einige beliebte Fernseh-Zeichentrickserien wie "K-On!", "Free!" und "Suzumiya Haruhi no Yuutsu" produziert, die sich insbesondere an die jüngere Generation richten. Viele Fans in Japan haben Orte aufgesucht, die in den Filmen eine Rolle spielen.

Es wäre nicht der erste Massenmord in Japan, das eigentlich den Ruf genießt, eines der sichersten Länder der Welt zu sein. Erst im Mai hatte ein Mann mit Messern auf wehrlose Schulmädchen eingestochen. Dabei tötete er ein Kind und einen Vater, bevor er sich selbst das Leben nahm. Bei dem bislang blutigsten Amoklauf in Japan seit Jahrzehnten hatte ein junger Mann vor drei Jahren in einem Behindertenheim 19 wehrlose Menschen erstochen.