Unglück

Fünf Verletzte nach Feuer auf griechischer Autofähre

Gerd Höhler

Von Gerd Höhler

So, 29. September 2019 um 17:50 Uhr

Panorama

Bange Momente für mehr als 600 Menschen an Bord einer Autofähre: Kurz nach dem Auslaufen vom westgriechischen Hafen Igoumenitsa bricht ein Feuer aus. Die Passagiere können zwar gerettet werden. Aber es bleiben Fragen an die Reederei.

ATHEN. Am Samstagmorgen kurz vor Sonnenaufgang legte die Autofähre Olympic Champion im westgriechischen Hafen Igoumenitsa ab. Dort hatte das aus Patras kommende Schiff der griechischen Reederei Anek Lines weitere Lastzüge, Pkw und Passagiere aufgenommen, bevor es mit 538 Fahrgästen, 74 Besatzungsmitgliedern und 293 Fahrzeugen zur Weiterfahrt ins italienische Venedig in See stach. Unter den Passagieren waren zahlreiche ausländische Urlauber auf der Rückfahrt aus ihrem Griechenlandurlaub. Weit kam die Olympic Champion aber nicht: Bereits wenige Minuten nach dem Ablegen quoll dichter Rauch aus einem der Fahrzeugdecks. Der Kapitän löste Feueralarm aus, entschloss sich sofort zur Umkehr und wendete das 200 Meter lange Schiff.

Brandgeruch drang in die Kabinen und Aufenthaltsräume des Schiffes. Unruhe machte sich unter den Passagieren breit. "Wir bekamen wegen des Rauchs Atembeschwerden, viele hatten Angst", berichtete eine Frau später im Fernsehen. In Igoumenitsa erwarteten bereits Schlepper, ein Löschboot und ein Großaufgebot der Feuerwehr das qualmende Schiff.

Nach einigen Stunden waren die Flammen gelöscht. Fünf Fahrgäste erlitten Rauchvergiftungen und Brandverletzungen, unter ihnen ein Deutscher. Elf Lastzüge brannten völlig aus oder wurden durch das Feuer beschädigt. Wie es ausbrechen konnte, war zunächst unklar. Brandermittler prüfen, ob es von Migranten verursacht wurde, die als blinde Passagiere auf dem Garagendeck mitfuhren und möglicherweise einen Campingkocher verwendeten. Wäre das Feuer auf offener See ausgebrochen, hätte es womöglich eine Katastrophe gegeben.

Der Brand weckt Erinnerungen an den Dezember 2014: Damals geriet die Fähre Norman Atlantic auf der Fahrt von Igoumenitsa zum italienischen Ancona in Brand. Fast 40 Stunden lang trieb das brennende Schiff steuerlos in der sturmgepeitschten Adria. Mindestens 29 Menschen starben. Auch die Norman Atlantic fuhr für die Anek Lines. Und erst vor gut einem Jahr, am 28. August 2018, brach an Bord der Anek-Fähre Eleftherios Venizelos nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Piräus ein Brand auf einem Fahrzeugdeck aus. Verletzt wurde niemand.