Gefährlicher Keim in Praxis

dpa

Von dpa

Do, 16. Mai 2019

Panorama

Wohl ein Toter und 28 Infizierte.

KÖLN (dpa). Infektionsexperten halten die angenommene Verbreitung eines gefährlichen Bakteriums in einer Kölner Radiologiepraxis für dramatisch. Sollte sich bestätigen, dass sich mindestens 28 Patienten in der Praxis mit Pseudomonas aeruginosa infiziert haben, wäre es "einer der schwerwiegendsten Vorfälle mit dem Erreger in einer ambulanten Einrichtung in Deutschland oder gar in Europa", sagte der Infektiologe Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der Tod eines 84-Jährigen und die Erkrankungen weiterer Patienten auf eine Infektion mit dem Bakterium zurückzuführen sind. Sie alle sollen nach einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers Spritzen bekommen haben.

Infektionen mit dem Keim gebe es immer wieder, aber nur in Einzelfällen, sagte Mikrobiologe Alexander Friedrich von der Universität Groningen in den Niederlanden. Pseudomonas aeruginosa kann Lungenentzündungen sowie Harnwegs- und Wundinfektionen verursachen.