Gehäufte Fälle von Fehlbildungen waren Zufall

dpa

Von dpa

Di, 01. Oktober 2019

Panorama

Düsseldorfer Ministerium zieht Bilanz seiner Untersuchung.

DÜSSELDORF (dpa). Bei Arm- und Handfehlbildungen Neugeborener sind laut nordrhein-westfälischem Gesundheitsministerium in den vergangenen Jahren "keine offensichtlichen Trends und regionalen Häufungen erkennbar". Das teilte das Ministerium am Montag mit. Die Behörde hatte in allen rund 140 Geburtskliniken des Bundeslandes nach Fehlbildungen in den Jahren 2017, 2018 und 2019 gefragt. Anlass war eine vor zwei Wochen bekanntgewordene Häufung von Hand-Fehlbildungen bei Neugeborenen an einer Gelsenkirchener Klinik. Im Sankt Marien-Hospital Buer waren zwischen Mitte Juni und Anfang September drei Kinder mit fehlgebildeten Händen geboren worden. Zuvor hatte es dort laut Klinik jahrelang keinen einzigen Fall gegeben. Die Klinik hatte von vornherein nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine zufällige Häufung handelt.

Die Abfrage des Ministeriums bei den Kliniken ergab, dass bei weniger als 0,1 Prozent aller Neugeborenen Fehlbildungen der Hände festgestellt wurden. "Für 2017, 2018, 2019 wurden insgesamt 72, 64 beziehungsweise 61 Fehlbildungen der oberen Extremitäten in Nordrhein-Westfalen gemeldet", hieß es weiter.

Die gemeldeten Fallzahlen lagen zwischen null und fünf Fällen – bei weit auseinander liegenden Geburtenzahlen. Das Ministerium betonte, dass von den Krankenhäusern nicht nur Daten zu fehlenden Fingern oder Händen gemeldet wurden, sondern auch Vielfingrigkeiten oder Schwimmhäute. Auch trennten sie nicht zwischen reinen Fehlbildungen der oberen Extremitäten und Fehlbildungen als Teil von Syndromen. Die Rückmeldungen sollen jetzt analysiert und mit Daten aus anderen Erhebungssystemen und Datensammlungen abgeglichen werden.