Helikopter zerschellt bei Unwetter

Knut Krohn

Von Knut Krohn

Di, 03. Dezember 2019

Panorama

Drei Tote bei Absturz eines Rettungshubschraubers in Südfrankreich / Hohe Schäden entlang der Küste zwischen Nizza und Marseille.

PARIS/MARSEILLE. Der Süden Frankreichs wird erneut von schweren Unwettern heimgesucht. Mehrere Menschen kommen dabei ums Leben. Drei Angehörige des französischen Zivilschutzes wurden in der Nacht zum Montag beim Absturz ihres Hubschraubers in der Nähe der Hafenstadt Marseille getötet.

Die Männer seien im Einsatz zur Unterstützung der Bevölkerung gewesen, als die Funkverbindung plötzlich abgebrochen sei, erklärte das französische Innenministerium in einer Mitteilung. Helfer hätten die Männer gegen 1.30 Uhr nachts tot in der Nähe der Gemeinde Rove im Département Bouches-du-Rhône gefunden. Über Twitter sprach Frankreichs Innenminister Christophe Castaner noch in der Nacht den Familien und Kollegen der Opfer sein Mitgefühl aus. Die Männer seien als "Helden des Alltags" gestorben, "dieses Drama erschüttert uns alle", schrieb er.

Unterdessen machen sich Experten auf die Suche nach der Absturzursache. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte in der Region offensichtlich dichter Nebel. Michaël Bernier, Sprecher des französischen Zivilschutzes, erklärte am Montag dem Sender BFMTV, dass der Hubschrauber vom Typ EC145 ein modernes Gerät sei, auf dem neusten Stand der Technik. Auch die drei getöteten Männer seien sehr erfahren gewesen.

Ein Hörer des Radiosenders France Bleu Provence erzählte einem Reporter, dass er in der Region am Montag gegen ein Uhr morgens einen Hubschrauber gehört habe, der sehr tief über sein Haus geflogen sei und sehr seltsame Geräusche gemacht habe. Diese Art von Lärm sei nicht normal gewesen, sagte der Mann.

Bereits am Sonntag sind in der Region wegen der schweren Unwetter zwei Menschen ums Leben gekommen. In der Hafenstadt Fréjus ist nach Angaben der Präfektur Var eine Frau gestorben, als sie während der heftigen Regenfälle im Stall nach ihren Pferden sehen wollte. Auf dem Weg zu dem Gebäude sei sie von den Wassermassen weggerissen worden. In Saint-Paul-en-Forêt, ebenfalls in Var, kam ein Schäfer ums Leben, als er versuchte, mit einem Geländewagen eine Furt zu überqueren, um nach seiner Herde zu sehen. Der Mann sei einige hundert Meter unterhalb der Stelle leblos in seinem Auto gefunden worden.

Im Laufe der Nacht auf Montag haben die Unwetter zwar nachgelassen, doch für die Départements Var, Vaucluse und Bouches-du-Rhône galt nach Angaben von Météo France noch eine erhöhte Warnstufe. Das Problem sei, erklärten die Experten des französischen Wetterdienstes, dass die Böden durch tagelange Regenfälle bereits gesättigt seien und kein Wasser mehr aufnehmen könnten.

Besonders betroffen von den Überschwemmungen waren auch die Küstengebiete der französischen Riviera und dort vor allem die beliebte Urlaubsorte Saint-Tropez und Sainte-Maxime. In der Region Alpes-Maritimes, etwa in Cannes, blieben am Montag nach Angaben der Präfektur rund 50 Schulen geschlossen. Bereits am Sonntag war zwischen Nizza und Toulon der Zugverkehr unterbrochen. Das Fußballspiel zwischen AS Monaco und Paris Saint-Germain war wegen des Unwetters von den monegassischen Behörden abgesagt worden.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass Südfrankreich von schweren Unwettern heimgesucht. Mindestens sechs Menschen kamen bei den sintflutartigen Regenfällen Ende November ums Leben. Viele Menschen können bis heute nicht in ihre Häuser zurückkehren, weil die Straßen durch umgestürzte Bäume und Schlamm blockiert sind.