Keine auffälligen Häufungen

Norbert Wallet

Von Norbert Wallet

Di, 17. September 2019

Panorama

Gesundheitsministerien beraten.

BERLIN (nowa). In einer Schaltkonferenz wollen die Gesundheitsministerien der Länder am heutigen Dienstag über die ungewöhnliche Häufung von Fehlbildungen an der Hand bei Neugeborenen in einer Gelsenkirchener Klinik beraten. Wie die Badische Zeitung erfuhr, sollen sich dabei Fachbeamte der Ministerien einen ersten Überblick verschaffen. Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, dass den zuständigen Bundesbehörden "keine Erkenntnisse über eine auffällige Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen vorliegen". Auch der Krankenhausgesellschaft Baden-Württemberg ist darüber nichts bekannt.

In Veröffentlichungen wurden um die 50 Fälle aus ganz Deutschland aus den vergangenen Jahren zusammengetragen. Für Stephanie Roll, Statistikerin am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Berliner Charité sind die bisherigen Fallzahlen "genug, um der Sache gründlich nachzugehen, aber auch zu gering, um tatsächlich verlässliche Schlussfolgerungen ziehen zu können". Roll sagte, dass "statistische Ausschläge durchaus normal" seien. So könne es nach Jahren, in denen es keine Auffälligkeiten gebe, auch zu mehreren Fällen in kürzeren Zeitabständen kommen, "ohne dass daraus statistisch etwas abgeleitet werden könnte". Jetzt sei eine genaue Beobachtung notwendig. "So wird man sich sicher anschauen müssen, ob es auch in Nachbarkliniken Fälle gibt."