Zur Navigation Zum Artikel

BZ-Interview

Liebe und Sex mit Robotern ist künftig denkbar

Der Trendforscher Matthias Horx spricht über Liebe, Sex und Familie in Zeiten der Digitalisierung. Wie sieht die Zukunft unserer Beziehungen aus – zu anderen Menschen und zu Dingen?

BZ: Herr Horx, was haben Tim Mälzer und die Liebe miteinander zu tun?

Matthias Horx: Erst einmal nicht sehr viel. Ich benutze das Beispiel seiner wirklich hervorragenden Spaghetti Bolognese, um zu zeigen, dass Menschen alles Mögliche lieben können. Der Begriff Liebe ist ja unscharf, er geht über in Grenzbegriffe wie Leidenschaft, Lust, Begehren. Und bildet damit ein Stück weit unser Weltverhältnis ab. Der Mensch ist in vielen Dingen ein Liebender, nicht nur im Zwischenmenschlichen. Wir können unsere Liebe sogar auf Maschinen übertragen. Auf Roboter zum Beispiel.

Datenschutz ist kein Thema
BZ: Für Ihre Zukunftsszenarien spielt das Internet eine große Rolle. Über Datenschutz und damit die Gefährdung der Anonymität bis hin zur Bloßstellung im Netz sagen Sie allerdings nichts. Ist das in ein paar Jahrzehnten kein Thema mehr? Und wenn ja: warum? Oder interessiert Sie das nicht sehr?

Horx: Im Zusammenhang mit meinem Buch interessiert mich der Datenschutz tatsächlich wenig. Und es gibt darüber Millionen von Büchern. Mich interessiert vielmehr, die heutige Liebeskultur auch in den Grenzbereichen auszuloten. Hier stößt man auf vielfältige pornographische Virtualisierungen. Avatar-Sex zum Beispiel ist in Japan weit verbreitet, da ist eine gigantische masturbative Digital-Kultur entstanden. Viele japanische Männer sprechen unentwegt mit ihren elektronischen Beziehungsfiguren, machen ihnen sogar Geschenke oder haben "Avatar-Sex" mit ihnen. Ich denke allerdings, dass es solche Formen der imaginierten Erotik immer schon gegeben hat. In gewisser ...

BZ Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 20 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ Plus!

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 20 Artikel pro Monat kostenlos – einschließlich BZ Plus
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion

* Pflichtfelder

 
 
 

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ