Kinofilm

Not Schlegel war das Vorbild für den "Schellen-Ursli"

Sebastian Nachbar

Von Sebastian Nachbar

Sa, 23. Januar 2016 um 00:00 Uhr

Panorama

Zweimal stand Not Schlegel aus dem Engadiner Bergdorf Guarda in einer Verfilmung der Schweizer Kindergeschichte vom Schellen-Ursli vor der Kamera. Doch niemand bekommt ihn zu sehen.

Ein Schweizer Bub läuft über die Alp. Er trägt genagelte Bergschuhe, kurze Hosen und die typische Sennenkutte. In großen Schritten stapft er über die Wiesen. An der linken Hand führt er eine Ziege, sie reicht ihm fast bis zur Schulter. Die Glocke um ihren Hals läutet hell, genau wie die Glocken der ganzen Herde. Ein einziges Gebimmel. Der Bub lacht, seine Ohren stehen ein wenig ab.

Sechzig Jahre später. Der Bub von einst läuft als alter Mann über die Alp. Die Hose ist länger geworden, Bergschuhe und Sennerkleidung sind geblieben. Wieder hütet er Ziegen, wieder bimmelt es um ihn herum. Er blickt so wach und freundlich drein wie einst, auch sein Gang wirkt genauso lebendig.

Bekannteste Schweizer Kinderbuchfigur nach Heidi
Zwei Szenen aus zwei Filmen über den Schellen-Ursli, der bekanntesten Schweizer Kinderbuchfigur nach Heidi. Seine Geschichte erschien erstmals 1945 und bald in 14 Sprachen und millionenfacher Auflage. Der Schellen-Ursli ziert Sammlermünzen, Briefmarken und Bioprodukte. Den Schellen-Ursli kennt fast jeder in der Schweiz. Nur denjenigen, der bei der Verfilmung seiner Geschichte zweimal vor der Kamera stand, beim ersten Mal sogar als Schellen-Ursli höchstpersönlich, den kennt niemand.

Der Schellen-Ursli heißt in Wahrheit Not Schlegel und ist 72 Jahre alt. Er sieht genau so aus wie jemand, der sein Leben auf der Alp verbracht hat: langer grauer Bart, Stirnfalten, gegerbte Nase, rote Äderchen in den Augen. Jahrzehntelang hat das Leben vergeblich versucht, den agilen Burschen in einen Greis zu verwandeln. Noch immer schlägt in seiner Brust ein Herz wie ein ...

BZ-Archiv-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ