Royals

Prinz Harry und seine Familie besuchen Afrika

dpa

Von dpa

Mo, 23. September 2019 um 19:00 Uhr

Panorama

Zu ihrer ersten offiziellen Reise als Familie sind der britische Prinz Harry und Herzogin Meghan mit dem vier Monate alten Archie am Montag im südafrikanischen Kapstadt eingetroffen.

Vom Flughafen ging es direkt zum ersten Projektbesuch. Der Ort liegt abseits der Glitzerfassade der Touristenmetropole.

Tanzen, Singen, Trommeln: Ein farbenfrohes Spektakel erwartete Prinz Harry und Meghan nach ihrer Ankunft. Im Nyanga-Township setzte das Paar Akzente mit dem Besuch eines Projekts für junge Mädchen. Diesen werden dort Selbstverteidigungskurse angeboten und Frauenrechte erörtert. Denn die Armenviertel rund um die schillernde Touristenmetropole gelten laut Kriminalstatistik wegen der dort aktiven Verbrecher-Syndikate als Südafrikas gefährlichstes Terrain. Die Bewohner riefen in ihrer Not bereits nach dem Militär, das zurzeit die Polizei bei ihrer Arbeit dort unterstützt.

Immer wieder schüttelten Harry und Meghan Hände, bückten sich zu den Fähnchen schwingenden Kindern. Bei sonnigem, aber windigem Wetter herzte die Herzogin von Sussex einen kleinen Jungen, während Harry sich zögerlich zum Rhythmus der Trommeln in den Hüften wiegte. Im Projekt selbst reihten sie sich ein bei einem Rollenspiel, setzten sich zu den Mädchen auf den Boden. Ihr Sohn, der kleine Archie, war beim ersten öffentlichen Auftritt nicht dabei.

Die Gesichter der Südafrikaner verrieten, dass das unkomplizierte Auftreten der Royals ankam. Die Auslandstour von Prinz Harry und seiner Familie findet in schwierigen Zeiten statt. Zu Hause sorgt die Thomas-Cook-Pleite für Schockwellen, in Südafrika steht die Nation unter dem Eindruck von Gewalt gegen überwiegend ausländische Ladenbesitzer sowie auch gegen Frauen. "Gott sei Dank für diese leichte royale Zerstreuung!", schrieb daher ein Kommentator der südafrikanischen Sunday Times und betonte: "Verneige dich, Südafrika, beim Willkommensgruß für die hippsten, spritzigsten und unkonventionellsten Royals an unseren Gestaden."

Der Besuch hat eine politische Komponente: Der Queen liegt die Stärkung des Commonwealth am Herzen. Deshalb wird eine wichtige Station von Harrys jüngster Afrikareise (bis 2. Oktober) in dem Land liegen, das als erster Staat seit einem Jahrzehnt dieser Allianz beitreten will: Angola. Harry wird dort auf den Spuren seiner Mutter unterwegs sein. Denn wie einst die bei einem Autounfall in Paris getötete Prinzessin Diana engagiert auch er sich im Kampf gegen Landminen. In Angola wird er am Freitag ein Camp von Minenentschärfern besuchen – in dem früheren Bürgerkriegsland liegen noch immer Tausende Sprengminen im Boden.