Besuch auf dem Heiratsmarkt

Roma-Mädchen in Bulgarien werden jung verheiratet

Adelheid Wölfl

Von Adelheid Wölfl

Mi, 11. September 2019 um 15:01 Uhr

Panorama

BZ-Plus Die Roma-Mädchen der Kalajd in Bulgarien werden jung verheiratet. Die traditionellen Heiratsmärkte sind nicht mehr so wichtig wie früher, viel findet im Netz statt.

Der Weg zur Kirche hinauf ist der Laufsteg für die Kalajd-Teenager. Die Mädchen und die Jungen gehen oft in Gruppen zum Kloster der Heiligen Maria, zur Sveta Bogorodica. Sie kichern, sie drehen sich um, sie plaudern ein bisschen, fragen nach Telefonnummern und Facebook-Profilen. Auch wenn man ein superbraves Kalajd-Mädchen ist, darf man heute hemmungslos flirten. Schließlich geschieht alles unter den Augen der Eltern und Verwandten – und der Sveta Bogoridca. In der Orthodoxie wird Mariä Himmelfahrt das "Hochfest des Entschlafens der allheiligen Gottesgebärerin" genannt.

Für die meisten Jungs hier ist der Brautpreis viel zu hoch
Das Kloster Batschkovo liegt unweit der Stadt Plowdiw im Herzen Bulgariens, in einem Gebirgstal der Rhodopen. Und weil es hier Leute gibt, die sowohl dem julianischen als auch dem alten gregorianischen Kalender folgen, wird Mariä Himmelfahrt gleich zwei Mal gefeiert: am 15. und am 28. August. An beiden Tagen kommen junge Roma nach Batschkovo, um sich kennenzulernen und eine mögliche Heirat zu vereinbaren.

Vom Parkplatz bis zur Kirche sind es etwa 200 Meter. Es gibt viele Stände, man kann eine Kette für die Auserwählte kaufen oder sich ein Tattoo auf den Oberarm sprayen lassen. Ein Kalajd-Junge mit zartem Flaum über der Oberlippe hat ein schimmerndes goldenes T-Shirt angezogen, um die Mädchen auf sich aufmerksam zu machen. Für die meisten Jungs hier ist der Brautpreis aber viel zu hoch. ...

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