Verdachtsfälle von Ebola verschwiegen

afp

Von afp

Mo, 23. September 2019

Panorama

Vorwurf der WHO an Tansania.

NAIROBI (AFP). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Tansania beschuldigt, Informationen über Ebola-Verdachtsfälle zurückzuhalten. Die Organisation teilte am Samstag mit, sie habe von mehreren Menschen erfahren, die in dem ostafrikanischen Land womöglich an dem Virus erkrankt seien. "Trotz mehrerer Anfragen hat die WHO von den tansanischen Behörden keine weiteren Einzelheiten zu einem dieser Fälle erhalten", erklärte die WHO.

Die WHO erfuhr demnach bereits am 10. September von einem Patienten in Daressalam, der positiv auf das Virus getestet worden sei. In der vergangenen Woche sei sie darüber informiert worden, dass Menschen aus dem Umfeld des Patienten auch im Krankenhaus behandelt würden. Zwei weitere Verdachtsfälle seien der Organisation inoffiziell gemeldet worden. Tansanische Behörden hingegen erklärten Mitte September, es gebe keine Ebola-Erkrankten in dem Land. Laut WHO lehnten sie "zusätzliche Bestätigungstests" in einem WHO-Zentrum ab.

Die WHO kritisierte, dass der Informationsmangel die Bemühungen zur Eindämmung der Ausbreitung des tödlichen Virus behindere. Da der potentiell erkrankte Patient zuvor viel gereist war, sei "das Risiko auf nationaler Ebene als sehr hoch eingeschätzt" worden. Sollten sich die Verdachtsfälle bestätigen, würde es sich laut WHO um die ersten offiziellen Ebola-Erkrankungen in Tansania handeln.

Ostafrikanische Länder sind wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo in Alarmbereitschaft. Das Virus forderte dort seit Beginn der Epidemie im August 2018 bereits mehr als 2100 Menschenleben.