Bayonne

Zwei Schwerverletzte bei Angriff auf Moschee in Frankreich

afp

Von afp

Mo, 28. Oktober 2019 um 21:52 Uhr

Panorama

Bei einem Angriff auf eine Moschee in Frankreich sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Die Polizei nahm einen 84-Jährigen mit Verbindungen zur rechtsextremen Le-Pen-Partei fest.

Bei einem Angriff auf eine Moschee im Südwesten Frankreichs sind am Montag zwei Menschen schwer verletzt worden. Der 84-jährige Angreifer versuchte nach Angaben der Präfektur zunächst, die Tür der Moschee in Bayonne anzuzünden.

Er sei dabei von zwei Menschen überrascht worden und habe auf sie geschossen. Später wurde der Täter festgenommen. Er hatte im Jahr 2015 bei Regionalwahlen für die Partei der Rechtsextremistin Marine Le Pen kandidiert.

Der 84-Jährige bekannte sich zu der Tat

Die beiden Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht. Bei ihnen handelte es sich laut Präfektur um zwei Männer im Alter von 74 und 78 Jahren. Die Polizei nahm den Schützen, der nach der Tat zudem ein Auto anzündete, später bei seinem Wohnort nördlich von Bayonne fest. Der 84-Jährige bekannte sich nach Polizeiangaben zu der Tat. Die Polizei rief die Anwohner von Bayonne über den Onlinedienst Twitter auf, der Umgebung der Moschee fern zu bleiben und die Absperrungen zu beachten.

Der Angreifer verfügte über enge Kontakte zu Le Pens Partei, für die er unter dem damaligen Namen Front National im Jahr 2015 bei der Regionalwahl kandidierte. Das geht aus den offiziellen Wahlunterlagen hervor.

Le Pen verurteilte die Tat. Sie sprach von einem "Attentat", das im "völligen" Gegensatz zu den Werten ihrer mittlerweile in Rassemblement National (RN, Nationale Sammlungsbewegung) umbenannten Partei stehe. Ein Vertreter der Partei sagte der Nachrichtenagentur AFP, es bestehe seit mehreren Monaten "kein Kontakt mehr" zu dem 84-Jährigen. Zuletzt sei er von einem Sicherheitsdienst aus RN-Veranstaltungen geworfen worden.

Macron verurteilte den Angriff als "abscheulich"

Der Bürgermeister von Bayonne, Jean-René Etchegaray, sagte AFP, das zum Tatzeitpunkt zwei Männer einen Raum für das Gebet vorbereiteten. Ein Mann habe sich dem Gebäude mit einem Auto genähert und einen Brandsatz auf eine Seitentür der Moschee geworfen. Die beiden Männer in dem Gebäude seien herausgekommen, woraufhin der Angreifer das Feuer eröffnet habe.

Einer der beiden Männer sei am Hals getroffen worden. Der andere sei am Brustkorb und am Arm verletzt worden. Der Täter sei anschließend mit dem Auto geflüchtet. Die Ermittler kamen durch das Nummernschild auf die Spur des Angreifers.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron verurteilte den Angriff als "abscheulich". Die Republik werde "den Hass niemals tolerieren", schrieb Macron bei Twitter. Er werde sich persönlich dafür einsetzen, dass die muslimische Bevölkerung geschützt werde. Innenminister Christophe Castaner sprach Frankreichs Muslimen seine "Solidarität und Unterstützung" aus.

Ein Vertreter des Islamrats CFCM, Abdallah Zekri, verurteilte den Angriff gegenüber AFP als "kriminelle Tat". Er beklagte, dass der Islam derzeit in Frankreich "stigmatisiert" werde. "Man muss nicht überrascht sein, dass solche Taten geschehen."