Deutschland/Schweiz

Was der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit den beiden Laufenburgs machte

Thomas Wehrli

Von Thomas Wehrli

Do, 12. September 2019 um 16:43 Uhr

Laufenburg

BZ-Plus Vor rund 80 Jahren brach der Zweite Weltkrieg aus. Der 97-jährige Bildhauer Erwin Rehmann erinnert sich, wie die Laufenburger Rheinbrücke damals ihre menschen- und länderverbindende Funktion verlor.

Es ist Krieg. Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, überfällt die deutsche Wehrmacht Polen und löst damit den fast sechs Jahre dauernden Zweiten Weltkrieg aus, einen Krieg, der 60 bis 80 Millionen Todesopfer fordert. Erwin Rehmann, damals 17, besucht seit einem Jahr das Lehrerseminar in Wettingen. Erstaunt ist er nicht. "Man spürte den Krieg kommen", sagt der heute 97-Jährige in seinem Zimmer im Alterszentrum Klostermatte in Laufenburg, wo er seit kurzem wohnt, und seufzt. "Leider."

Rehmann, dessen Vater im Kraftwerk arbeitete und der in m schweizerischen Laufenburg aufgewachsen ist, an der Laufengasse 133, gerade mal 100 Meter von der Brücke entfernt, interessiert sich früh für Politik und das Weltgeschehen. Als Jugendlicher besorgt er sich in einer Buchhandlung in Laufenburg/Baden "Mein Kampf", liest den 423 Seiten starken ersten Band von Adolf Hitlers Elaborat, legt das Buch weg, ist baff, ist bedrückt – und weiß: "Das ist Wahnsinn. Da kommt einiges auf uns zu." Rehmann sieht auch, wie sich viele Menschen, die er kennt, "gute Menschen", wie er mehr als einmal sagt, verändern, wie sie sich führen lassen von Hitler, der ihnen alles versprach – vor allem ein besseres Leben, Arbeit, Würde.

Rehmann ist besorgt über die Entwicklung, weiß aber natürlich auch, dass er nichts machen kann, nur abwarten. Er saugt die Informationen, die erhältlich sind, auf, besucht regelmäßig den etwa zehn Jahre älteren ...

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