Beschwerde gegen Schwurgericht

dpa

Von dpa

Di, 15. Oktober 2019

Südwest

Fall der getöteten Artistin.

RUST/FREIBURG (fi). Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Beschluss der Schwurgerichtskammer am Landgericht Freiburg, gegen einen 30-Jährigen ein Verfahren wegen Totschlags nicht zu eröffnen, Beschwerde angelegt. Die Staatsanwaltschaft sieht weiterhin einen dringenden Verdacht, dass der von ihr Beschuldigte auch für den Tod der Frau verantwortlich ist. Spaziergänger hatten die Leiche der 33-jährigen Frau im Mai an einem Altrheinarm bei Rust gefunden.

In der Begründung zur Abweisung der Verfahrens erklärt das Gericht, dass seiner Auffassung nach der Beschuldigte den Leichnam im Altrhein versenkt habe; dass er aber auch für den Tod der Frau verantwortlich ist, sei nicht zweifelsfrei gesichert. Der Beschuldigte wurde unmittelbar nach der Entscheidung des Gerichts am vergangenen Freitagmorgen aus der Untersuchungshaft entlassen (wir berichteten).

Der Beschuldigte hatte – wie die 33-jährige Frau aus der Ukraine auch – unter anderem als Artist für den Europa-Park gearbeitet. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, die Frau Ende April 2019 in einem gemeinsam benutzten Wohnwagen auf dem Trailer-Platz des Europa-Park in Rust vermutlich nach einem Streit getötet zu haben. Er habe mit bloßen Händen oder mit einem weichen Gegenstand ihre Atemwege bedeckt und damit die Sauerstoffzufuhr so lange verhindert, bis der Tod eingetreten sei. Anschließend habe er die Leiche mit Hantelgewichten beschwert und im Altrhein versenkt.

Die Ablehnung begründet das Schwurgericht damit, dass kein "hinreichender Tatverdacht" vorliege. Zudem bleibe die Todesursache nach "intensiven rechtsmedizinischen und toxikologischen Untersuchungen" durch die Freiburger Rechtsmedizin nach wie vor unklar. Der Leichnam habe keine Anzeichen von Gewaltanwendung gezeigt.