Kunst

Das Kunstmuseum Basel zeigt Werke der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura

Hans-Dieter Fronz

Von Hans-Dieter Fronz

Fr, 10. Mai 2019

Basel

Das Kunstmuseum Basel zeigt Werke der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura.

Die Ausstellung kommt aus Tokio - mit neuem Titel. "Leiko Ikemura. Our Planet – Earth & Stars": So hieß sie im National Art Center der japanischen Hauptstadt. Im Kunstmuseum Basel ist sie jetzt wie folgt betitelt: "Nach neuen Meeren". Was ein Schlaglicht wirft auf kulturelle Unterschiede. Die westliche Zivilisation prämiert die Innovation, den Aufbruch zu neuen Ufern. Die östliche ist in dieser Hinsicht gelassener. "Earth & Stars", das spricht ja nicht zuletzt von Beständigkeit, von dauerhaften Konstellationen.

Die Unterschiede beider Kulturen, sie sind ein wichtiges Thema der in Berlin und Köln lebenden 77-jährigen Japanerin. In ihren Werken ereignet sich eine eigentümliche Synthese. Anfang zwanzig war Leiko Ikemura, als sie 1972 nach Spanien kam, um ihr Studium der spanischen Literatur zu vertiefen. Doch dann studierte sie Kunst in Sevilla und siedelte 1978 in die Schweiz über. Als Stadtzeichnerin in Nürnberg entwickelte sie fünf Jahre später ein Bewusstsein für ihre japanischen Wurzeln.

Ikemuras Bilder und Zeichnungen werden bevölkert von märchenhaften Hybridwesen. In den Skulpturen nehmen sie leibhaftige Gestalt an. Im Hof im Untergeschoss, auf den sich erstmals eine Ausstellung im Neubau ausdehnt, steht die über drei Meter hohe begehbare Skulptur "Usagi Kannon". Das Kleid der doppelhörnigen Frau ist vorn geöffnet. Der Besucher betritt ein dunkles, zeltartiges Inneres. Doch das Zelt hat tausend Löcher - durch die Licht dringt. Wie von Sternen. "Earth & Stars"... - Zu sehen sind 47 Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums neben rund 70 Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen oder dem Besitz der Künstlerin.

Termine: Kunstmuseum Basel Gegenwart,
St. Alban-Rheinweg 60, Basel.
11. Mai bis 1. Sept., Di bis So
10–18 Uhr, Do bis 20 Uhr