Ethikrat gegen Genmanipulation

dpa

Von dpa

Fr, 10. Mai 2019

Deutschland

Gremium warnt vor Risiken.

BERLIN (dpa). Der Deutsche Ethikrat hält gezielte gentechnische Veränderungen des Erbguts ungeborener Babys bis auf weiteres für unzulässig. Solche Eingriffe seien wegen unabsehbarer Risiken derzeit unverantwortlich, so das unabhängige Beratergremium am Donnerstag in Berlin. Bundesregierung und Bundestag sollten sich für einen verbindlichen internationalen Stopp klinischer Anwendungen beim Menschen einsetzen. Grundsätzlich ethisch auszuschließen seien sogenannte Keimbahneingriffe aber nicht. Voraussetzung müsste eine hinreichende Sicherheit und Wirksamkeit sein. Auch in Deutschland sei eine grundlegende Debatte über das Thema nötig.

Für weltweites Aufsehen und Empörung hatte die im November 2018 in China bekannt gegebene Geburt der ersten "Designer-Babys" gesorgt. Der chinesische Wissenschaftler He Jiankui verkündete, die beiden Zwillingsmädchen durch eine vorgeburtliche genetische Manipulation lebenslang vor einer Ansteckung mit HIV geschützt zu haben.