Beispiele Horben und Badenweiler

Schwarzwald-Hotels werden zu Millionengräbern - warum?

Petra Kistler

Von Petra Kistler

Do, 07. Juli 2016

Gastronomie

Brandschutz und Bürokratie machen es schwer, in die Jahre gekommene Hotels im Schwarzwald zu sanieren. Petra Kistler berichtet vom Niedergang traditionsreicher Häuser.

Was braucht ein erfolgreiches Hotel? Für den legendären amerikanischen Hotelier Conrad Hilton gab es genau drei Erfolgsfaktoren: "Lage, Lage, Lage." Stimmt diese Definition, dann müsste das Hotel Luisenhöhe in Horben hervorragend laufen. Nah an der Stadt Freiburg und doch weit vom Alltag, die Natur hat in der Höhe ihren großen Auftritt, allein der Blick ins Hexental und über die Rheinebene ist fünf Sterne wert.

Doch das traditionsreiche Hotel und Gasthaus ist seit dem Jahr 2011 geschlossen, auf der Terrasse haben Löwenzahn und Moos das Regiment übernommen, Kamille und Brennnesseln wuchern auf dem Parkplatz. Nur die schmiedeeisernen Pforten und eine Speisekarte im Schaukasten erinnern an die besseren Zeiten, als zu "Luises Dreierlei" noch Weißburgunder von Heger und Spätburgunder aus Oberbergen ausgeschenkt wurden. Damals, als in der Luisenhöhe zwar keine Familienfeste mehr gefeiert wurden, aber in den Sommermonaten wenigstens noch die Gartenwirtschaft in Betrieb war.

Alles Geschichte. Die Luisenhöhe, ein heute etwas finster wirkender, mit Holzschindeln verkleideter Bau, wird abgerissen. Der Freiburger Gastronom Toni Schlegel hat das Hotel an eine Grundstücksgesellschaft verkauft, die dort ein Vier-Sterne-Gesundheitsresort mit 90 Zimmern, davon zehn Suiten, für zahlungskräftige Zeitgenossen errichten will. Schlegel, Eigentümer des Greiffenegg-Schlösschens mit Ausblick auf die Innenstadt, Inhaber und Pächter diverser Lokale, ...

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