Bilanz

Neuer Tourismusrekord für den Schwarzwald

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Di, 14. Januar 2020 um 15:35 Uhr

Südwest

Immer mehr Urlauber kommen nach Baden-Württemberg und in den Schwarzwald. Und auch die Zahl der Betten hat zugenommen. Doch die Jagd nach Rekorden ist nicht alles.

Das Jahr 2019 wird ein weiteres Rekordjahr für den Tourismus in Baden-Württemberg – das neunte in Folge., wie Tourismusminister Guido Wolf (CDU) auf der Stuttgarter Reisemesse CMT bekanntgab. Vollständige Zahlen liegen Mitte Januar noch nicht vor, doch bis Ende November zählten die Statistiker allerdings schon rund 22 Millionen sogenannte Gästeankünfte und etwa 53,5 Millionen Übernachtungen. Das sind jeweils rund vier Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

"Reisen ohne Barrieren wird immer mehr zum erwarteten Komfortangebot" Dorothea Störr-Ritter
Auch der Schwarzwald verzeichnet erneut ein Wachstum. Auch hier liegen die Zahlen des Statistischen Landesamtes noch nicht vor, dennoch wird auf das Gesamtjahr hochgerechnet mit 8,9 Millionen Ankünften (plus 200.000) und 22,8 Millionen Übernachtungen (plus 500.000) ausgegangen. Diese Zahlen wurden nur für Betriebe mit mindestens zehn Gästebetten erhoben, hinzu kommen, so der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG), Hansjörg Mair, 17 Millionen Übernachtungen bei kleineren Betrieben, auf Reisemobil- und Campingplätzen und bei Freunden und Bekannten.

Für Mair hat die Jagd nach immer neuen Rekorden jedoch keine Priorität. Wichtiger sei die Wertschöpfung für die Region aus dem Tourismus. "2018 betrugen die Brutto-Umsätze aus dem Tourismus rund 6,88 Milliarden Euro. Im zurückliegenden Jahr dürften sie auf 7,2 Milliarden Euro geklettert sein", sagte Mair. Dies sichere Einkommen und Arbeitsplätze. Zudem sei es wichtig, dass die Einheimischen bei der touristischen Entwicklung stets mitgenommen würden – dass man ihnen verdeutlicht, auch sie würden von Investitionen in Loipen oder Radwege profitieren.

Bettenauslastung im Schwarzwald

Die Bettenauslastung im Schwarzwald ist im vergangenen Jahr auf nun 40 Prozent gestiegen – trotz eines Zuwachses an Betten. Allein das neue Hotel im Europa-Park habe das Angebot um 1300 Betten erweitert, so Mair, auch in Freiburg sei das Angebot stark gewachsen. Mair warnte jedoch: "Die steigende Bettenzahl verlangt entweder nach einem stetigen Zuspruch von immer mehr Gästen – oder führt zu einem Wettbewerb über den Preis, was die Wertschöpfung mindert und Betriebe gefährdet."

Die STG will dieses Jahr den Fokus auf mobil eingeschränkte Menschen legen – Familien mit Kleinkindern, Sehbehinderte, Hörgeschädigte oder Urlauber mit Rollator oder Rollstuhl, die viele Angebote nicht nutzen können. Dorothea Störr-Ritter, Landrätin im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und STG-Vorsitzende, sagte auf der CMT: "Reisen ohne Barrieren wird immer mehr zum erwarteten Komfortangebot und Barrierefreiheit damit zur Frage der Zukunftsfähigkeit einer Region." So soll das bundesweite Zertifizierungssystem "Reisen für alle" etabliert und Gastgeber für den barrierefreien Ausbau des Angebots sensibilisiert werden.