Chemikalie im Rhein und im Trinkwasser

sda

Von sda

Do, 14. November 2019

Baselland

Behörden geben Entwarnung.

BASEL/LIESTAL (sda). Die Industriellen Werke Basel (IWB) haben bei der systematischen Überprüfung des Rheinwassers und des Trinkwassers eine chemische Substanz entdeckt. Diese stammt von der Firma Bayer Schweiz. Für Menschen habe keine Gefahr bestanden, heißt es in einer Pressemitteilung vom Mittwoch.

Die IWB haben nach der Entdeckung die Rohwasserentnahme aus dem Rhein Ende Oktober 2019 vorsorglich abgestellt und nutzen momentan Wasser aus der Wiese zur Grundwasseranreicherung. Außerdem prüfen die IWB den vorzeitigen Ersatz der Aktivkohlefilter in der Trinkwasseraufbereitungsanlage in den Langen Erlen. Grund für diese Maßnahme ist, dass die IWB und das Amt für Umweltschutz und Energie Baselland (AUE) die Substanz Ethyldimethylcarbamat im Trinkwasser und im Rheinwasser entdeckt hatten.

Wie die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion am Mittwoch mitteilte, hat das AUE sofort Maßnahmen eingeleitet, um den Eintrag der Substanz in das Rheinwasser zu reduzieren. Nach Abklärungen der IWB und dem AUE stammt der Stoff Ethyldimethylcarbamat von der Firma Bayer Schweiz. Abklärungen beim Unternehmen hätten ergeben, dass dieser Stoff als "Nebenprodukt der Produktion" seit Mitte 2019 via Abwasser in die Abwasservorbehandlung der Infrapark Baselland geleitet werde. Von dort gelange er zur Abwasserreinigungsanlage (ARA) Rhein, wo ein Teilabbau stattfinde.

Bayer Schweiz habe die Produktion daraufhin umgehend gestoppt und dem AUE ein Maßnahmenpaket zur Verringerung der Einleitung vorgelegt. Inzwischen seien Maßnahmen umgesetzt worden, um die Menge an Ethyldimethylcarbamat dauerhaft zu reduzieren. Die Firma nahm die Produktion in reduziertem Maß auch wieder auf.

Es wurden zu keinem Zeitpunkt relevante Höchstwerte im Rhein- oder im Trinkwasser überschritten, wie die Bau- und Umweltschutzdirektion schreibt. Die Bevölkerung in der Region Basel könne das Trinkwasser bedenkenlos konsumieren. Die Badewasserqualität des Rheinwassers sei ebenfalls gewährleistet, schreibt die Direktion.